Full text: (8. Band = 1834, No 9-No 16)

1V. Chirurgie und Ophthalmologie. _ 
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vermeiden liess, vermehrt wurde, auch trat einige entzündliche 
Röthe ein. Das Allgemeinbefinden litt wenig, Hitze kam gar 
nicht zum Vorschein, wohl aber einige schnell vorübergehende 
Frostschauer, und der Puls war nur wenig frequenter. Der Schlaf 
war nur unbedeutend, da öfteres Hüsteln ihn immer scheuchte 
und der letzteres veranlassende Schleim das. Athmen etwas er- 
schwerte. Auch ‚am nächeten Tage hielt dieser Husten an, doch 
hatte er, da A. alle nur mögliche Vorsicht anwendete, wenig 
oder gar keinen Einfluss auf die Bewegung des Gaumens,. we- 
nigstens verspürte er danız weder vermehrten Schmerz, noch 
Spannung am Gaumen. Vor stärkerem Räuspern aber musste er 
sich hüten, denn dadurch. wurden Schmerz und Spannung immer 
vermehrt... Die Ligaturen hatten am nächsten Morgen nicht nach- 
gelassen, die Wundränder waren ganz genau vereint, Röthe und 
Schmerz etwas vermehrt, die Spannung nicht beträchtlich, Hun- 
ger und Durst nicht zu stark, und das Allgemeinbefinden bis auf 
kleine Frostschauer und häufigen Husten gut. Die Nacht war 
eben so unruhig wie die erste. Am Morgen des dritten Tages 
schlossen die Wundränder auf’s Genaueste, von Nachlass der Li- 
gaturen war nichts zu bemerken, auch schnitten sie nicht sehr 
ein, Röthe, Schmerz und Spannung waren mässig, Hunger und 
Durst, geringer, als Tags vorher, und die Speichelabsonderung 
noch vermehrt. Der Speichel schien einen unangenehmen fau- 
ligen Geruch und Geschmack zu haben, was dem Operirteu na- 
mentlich Abends auffiel, doch ihn eben nicht befremdete, -da er 
3 Tage in Essen und Trinken sehr enthaltsam gewesen war. Um 
diesem abzuhelfen, nahm er Jetzt oft etwas kaltes Wasser in den 
Mund. Das Allgemeinbefinden war bis auf Husten und grosse 
Mattigkeit gut; von Fieber war nichts zu bemerken, der Puls 
war eiwas schwächer und: träger, und Abends spürte A. eine 
ziemlich starke Pulsatio abdominalis im linken Hypochondrium. 
Die Nacht war ebenfalls nur unruhig. Am Morgen waren Röthe, 
Spannung und Schmerz geringer, und letztere beide wurden nur 
durch eiwaiges Schlingen und durch Bemühen, den vielen Schleim 
in Kehlkopf und Luftröhre durch Räuspern zu entfernen, rege. 
Hunger und Durst nahmen mehr ab, als zu; der häufig ausflies- 
sende Speichel bekam immer mehr widrigen Geruch und Ge- 
schmack und die Mattigkeit stieg. Die Wundränder schlossen 
quf’s Beste an einander und waren zwischen den beiden oberen 
Ligaturen schon ganz vereint, die Entzündung war mässig, der 
Puls schwach und Fieber nicht zugegen. An diesem Morgen 
nahm der Operirte die erste Nahrung, und zwar Eigelb mit Milch 
in kleinen Portionen. Er fürchtete sich dabei vor Schmerz und 
Spannung des Gaumens, doch war diese nur sehr gering. Nach 
dem Essen fühlte er Sich bedeutend erquickt, nach einigen Stun- 
den fing’ sich aber nun der Hunger mächtiger zu regen an, doch 
bekämpfte A. dies Verlangen, um sich nicht durch zu häufiges 
Schlingen zu schaden.. Der Speichel ging nun, in geringerer
	        
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