Full text: (8. Band = 1834, No 9-No 16)

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V. Gynäkologie und Pädiatrik. 
Durchmesser,‘ am freien Ende 1’“ dick und abgerundet, mit 2 
grossen, sich gegenüberstehenden Fenstern versehen und wird 
von einer Blase aus präparirtem Schweinsleder oder Bocksbeutel 
dergestalt überkleidet, dass diese in ihrer grössten Ausdehnung 
von einer Seite zur andern 11” weit ist; die Blase wird. am 
Rande eingenäht und mittelst einer Darmsaite befestigt, der Stös- 
sel ist ohne den Griffring 4“ lang, 7“ dick und mit Einschnit- 
ten versehen, um die-Menge des eingespritzten Wassers uud so- 
ınit die Ausdehnung der Blase danach zu schätzen. ‚Das Ende 
des Spritzenrohr& enthält einen weiblichen Schraubengang zum 
Aufschrguben der gefensterten Spritze, und. es kann nach Abnahme 
dieser eben so leicht die Spitze eines KLuer’schen Wasserspren- 
gers und ein gewöhnliches Mutterrohr aufgeschraubt werden. — 
Nachdem die erforderlichen gewöhnlichen Vorbereitungen getrof- 
fen, auch eine T-Binde um den Leib gelegt worden, wird nun 
bei Rückenlage der Schwangeren das Instrument kunstmässig ein- 
gebracht; sobald die Spritze sich in dem Mutterhalse befindet, 
wird das etwas erhobene Rohr mit Wasser gefüllt, der Stössel 
eingesenkt und durch die Stellschraube fixirt; die Spritze aber 
dadurch in ihrer Lage erhalten, dass man den perpendiculären 
Arm' der Binde durch den am Rohre befindlichen Ring zieht. 
Am folgenden Tage löst man nur die Stellschraube und schiebt 
den Stössel tiefer ein und fährt allmählich fort, bis er gauz hin- 
eingeschoben und die Blase ganz angefüllt ist, wo. dann der Mut- 
termund 1“ Oeffnung im Durchmesser haben wird. . Die Geburts- 
thätigkeit begann entweder schon früher, oder sie beginnt nun, oder 
kann doch durch das nım leicht ausführbare Sprengen der Eihäute 
erweckt werden, zu welchem Behufe man dann nur die Spitze 
des Wassersprengers aufzuschrauben hätte. — [v. Siebold’s Jour- 
nal etc., Bd. XIM, St. 3, 1834.] (L—t.) 
243. Ein Fall von Molengeburt; von Dr. Torr in 
Ribnitz. Kine Frau in den dreissiger Jahren, Mutter zweier 
Kinder, corpulent und früher stets gesund, wendete sich im Win- 
ter 1820 an T. Sie litt an Kopfschmerzen , Gliederreissen , Herz- 
klopfen, Ohnmachten , Gliederzittern, Angst, Unruhe, Schlaflo- 
sigkeit, Schreckhaftigkeit, Uebelkeit, Erbrechen von Galle und 
Schleim, Stuhlverstopfung , Dysurie, Ischurie, Druck in der Herz- 
grube, kalten Füssen, Ohrensausen, Flimmern vor den Augen 
und hohem Grade von scheinbarer Schwäche, so dass sie das 
Bett nicht verlassen konnte. Der Urin war wasserhell, beson- 
ders bei den heftigern Anfällen, die zuweilen remittirten, ja oft 
intermittirten. Bei aufsteigender Hitze war der Puls. voll, aus- 
serdem steis klein, hart, es fanden sich öftere starke, allge- 
meine und örtliche, zuweilen auch kalte Schweisse , heftige Ko- 
likanfälle und scheinbare Wehen, die mehr dem Tenesmus ähn- 
lich waren und daher mehr im Kreuze sassen, während der Un- 
terleib bei Berührung nicht schmerzte. . Dies alles waren Sym- 
yicme krankhaft gesteigerter und in gewissen Regionen des Ner-
	        
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