Full text: (8. Band = 1834, No 9-No 16)

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IV. Chirurgie und Ophthalmologie, 
zuerst sah, Sie fand sich %echtes, oberhalb des äussern Leisten- 
ringes,.an der dem innern entsprechenden Stelle, war nach aus- 
sen sö weit, dass ein kleiner Finger eingebracht werden konnte, 
verengerte sich aber nach innen konisch, dass die innere, un- 
mittelbar ohne Zwischenbrücke in den Darm übergehende Oeff- 
nung etwa um die Hälfte kleiner wurde. Der äussere Rand salı 
vom harten degenerirten Zellgewebe speckig und faltig mit ein- 
geschlagenen Hauträndern. Der Canal selbst war 1 Zoll tief und 
durch denselben drängte sich fortwährend 'eine Darmportion mit 
Ihrer innern Fläche hervor, 80 dass sie der Kranke mittelst Char- 
piepfropfes zurückhalten musste. Klastische Katheter drangen 
ohne Hinderniss nach rechts und links, ‘doch gestattete der ko- 
nische Canal keine genaue Untersuchung des vorliegenden Dar- 
mes. Wurde übrigens der vorgefallene, umgestülpte Darm mit- 
telst Sonde zurückgehalten, so fühlte man mit stumpfem Kathe- 
ter durchaus keine vorspringende Scheidewand.. Ein fester, nichts 
aus der Oeffnung herauslassender Probeverband wurde einige Tage 
öhne Kolikschmerzen ertragen. Die blutige Vereinigung wurde 
daher nur durch eine, einen hartnäckigen Krampfhusten hinter- 
lassende Brustentzündung aufgeschoben. Im Jali v. J. drang aber 
in Folge dieses Hustens durch den künstlichen After eine um- 
gestülpte Darmschlinge hervor, klemmte sich durch Entzündung 
und Anschwellung ihres eigenen Volumens ein und konnte, trotz pas- 
sender Behandlung, nicht reponirt werden. ‘Bei Untersuchung der 
Einklemmungsstelle war es die innere enge Mündung des Fistel- 
canals, die der Reposition entgegenstand, und die daher an 2 Stel- 
Jen durch 2 Hniengrosse Einschnitte erweitert werden musste, 
worauf die Reposition glückte, die schon 1 Mal, 3 Monate vor- 
her, nach 6stündiger Kinklemmung ohne Einschnitte bewerkstel- 
ligt worden war. Nach 2 Tagen starb der Kranke unter Zeichen 
der Peritonitis. Bei der Section sahen die vorliegenden Gedärme 
natürlich, und nur die in der Nähe der Bruchstelle waren mit 
Exendate überzogen und zusammengeklebt. Die mit dem künst- 
lichen After communicirende Darmportion war ein Theil des 1le- 
ums und hier durch verdichtetes Zeilgewebe in der Grösse eines 
Kronenthalers fest mit dem innern Leistenringe verwachsen. Sie 
erschien an dieser Stelle braunroth,. wogegen am obern, mit dem 
Jejunum zusammenhängenden Theile nichts Krankhaftes zu sehen 
war. Dafür war der untere Theil 5 Zoll Jang sphacelös, auch 
fand sich eine eben 80 lange Einstülpung in demselben, woraus sich 
ergab, dass der eingeklemmte Darmvorfall nicht durch den obern 
Theil des Tleums, sondern durch den untern, etwa in Folge ei- 
nes Motus antiperistalticus, gebildet worden war. Nach Los- 
trennung des an der Bauchwand fest angewachsenen Darmes sah 
man die Oeffuung in ihm Pfenniggross. «Rund um dieselbe war 
die Schleimhaut verdickt, glätter, tiel geröthet. Von vorsprin- 
gender Scheidewand oder häutigem Trichter war. sonach keine 
Rede. Es hatte sich also durch Invagination der untere Theil
	        
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