Full text: (8. Band = 1834, No 9-No 16)

416 IV, Chirurgie und Ophthalmologie. 
war eben 80 scharf “durchschnitten. , Die Wunde blutete nicht 
mehr und penetrirte indie Brusthöhle, “ Das Gesicht des Ver- 
wundeten war blass und entstellt, der Puls klein, schwach , sel- 
ten, unterdrückt, der Herzschlag selten, Jangsam, schwach und 
dem Ohre fast plätschernd, als ob, das Herz sich in einer ‚Flüs- 
sigkeit bewege,. vernehmbar, Man machte kalte Ueberschläge 
über die Wunde und wollte eben zur Ader lassen, als der Stadt- 
gerichtsarzt kam, um die Behandlung zu übernehmen. . Auch die- 
ser erklärte die Verletzung für lebensgefährlich, und Hauser 
starb den 1%. Dec. Abends. 10 Uhr, %8 Stunden nach der Ver- 
letzung, sanft und still. — Zu bewundern ist,- dass Hauser 
nach der erhaltenen bedeutenden Verleizung in seine Wohnung 
zurückeilen ,. seinen Lehrer an die Stelle der Unthat führen, ihm 
den Vorfall erzählen, sich wiederum nach Hause begeben und 
als 2900 Schritte zurücklegen konnte, bevor er niedersank, — 
35 Stunden nach dem Tode wurde der Leichnam gerichtlich se- 
eirt. Auf dem Gesichte, der. Brust und an den Extremitäten 
sah man Spuren von Gelbsucht. - Drei Zoll unterhalb der äusse- 
ren Hautwunde fand man ein Blutextravasat. » Die innere Wunde‘ 
der Muskeln: hatte sich von der äussern der Haut 24 Zoll nach 
unten verschoben und erschien nun zwischen der 6. und 7. 
Rippe. Die Muskelsubstanz war zerreibbar und schien gangrä- 
nös. Aus der rechten Brusthälfte flossen 4— 6 Unzen dunkel- 
rothes, flüssiges Blut aus, olıne dass man bestimmen konnte, 
woher es gekommen. Der Herzbeutel schloss 6— 8 Unzen 
gelbe, wässerige Flüssigkeit ein; die ganze innere Wand des 
Herzbeutels, seine ganze Höhle und die grossen Gefässe waren 
mit einer ziemlich festen Pseudomembran bedeckt, welche an 
der zum Herzbeutel sehenden Seite ein seröses und. an: der dem 
Herzen zugewendeten ein flockiges Ansehen hatte. Im Grunde 
des. Herzbeutels lag auf der krankhaft gebildeten Membran so 
viel weissliches, breiartiges Exsudat, dass man es mit der Hand 
herausschöpfen konnte, Aus dieser Masse schien die Pseudor 
membran zu bestehen. Eine gleiche Merkbran überzog das Herz, 
so dass: die glatte Fläche dem Herzen, die flockige dem Herz- 
beutel zugekehrt war. Nach Wegnahme dieser Haut sah man 
das Herz an mehreren Stellen entzündet. Der Herzbentel ‚war 
verwundet, und nachdem an der Spitze des Herzens, die sehr 
entzündet war, das fest adhärirende Exsudat abgeschabt worden, 
fand man daselbst eine 4 Zoll lange und eine Linie tiefe Wunde, — 
Aus der linken Brusthöhle flossen 8— 10 Unzen wässerig-blutiger 
Feuchtigkeit. Die Lunge war sehr nach hinten gedrängt und an 
der äusseren Oberfläche mit einem dicken bräunlichen Exsudate 
bedeckt. Dasselbe sass zwischen der Pleura und den Interco- 
stalmuskeln. Die Wunde drang an der Stelle, wo die verletzte 
Spitze des Herzens lag, durch den fleischigen Theil des Zwerch- 
Felles und war hier 4 Zoll lang. , Von hier war sie in den lin- 
ken Rand des kleinen: Leberlappens und durch die Wandungen
	        
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.