Full text: (8. Band = 1834, No 9-No 16)

12 If. Materia medica und Toxikologie. 
Kinde brannte die Nachthaube auf dem Kopfe an. Die ganze 
Stirn war entzündet, und es zeigten sich schon kleine Brandbla- 
sen, Der Vrf. legte eine mit Kreosotwasser befeuchtete Com- 
presse über, befestigte diese mit einem Tuche am Kopfe und 
sorgte, dass die Kleine zu Bette gebracht wurde, wo dann: auch 
bald sanfter Schlaf folgte, Bei Abnahme, des Verbands am an- 
dern Morgen war auch nicht mehr die geringste Spur der Am- 
bustion zu bemerken, 2) Bei phagedänischen Blutgeschwüren 
mit schmutzigem, grau-grünlichem Grunde leisteten Umschläge 
von Kreosotwasser sehr viel. Ein solches Geschwür, das durch 
andere Mittel seit 2 Jahren nicht zur Cicatrisation gebracht wer- 
den. konnte, heilte danach binnen 14 Tagen. 3) Bei. Phthieis 
prulmonalis vera, tuberculosa und pituitosa leistete das Kreosot- 
| Wäseer janerlich nichts, wohl aber bei anomaler, atonischer Gicht 
‘und chronischem Rheuma. Auch linderten Waschungen damif 
"die Gelenkschmerzen. 2) Bei leichten Blutungen nützte das Mit- 
tel gleichfalls, wenn es” anders gut ist, sie zu stopfen. Gegen 
Blutungen aus grossen Gefässen ist es,‘ wie bekannt, meist un- 
wirksam geblieben. 5) Höchst wirksam. war es bei Gonorrhoea 
secundaria oder im Stadium relaxationis der Gonorrhoea prima- 
rig,; M. liess kleine Bourdonnets damit anfeuchten und in’ Ori- 
ficium urethrae bis zur Fossa navicularis einbringen ‚oder: das 
Wasser wurde mittelst "Fripperspritze injicirt. Auch bei /uor 
[e2bus war dies Mittel zu Injectionen, so wie innerlich sehr wirk- 
sam. [Allg. medie, Zeit,, 1834, Nr. 38.) ‘* (K—e.) 
229. Heilversuche mit dem Kreosot; vom M.R. Dr. 
Güntaer in Cöln, GG. versuchte dies Mittel bei einem an ei- 
ternder Lungenschwindsucht Leidenden, einem Manne von 45 
Jahren, der früher viel getrunken hatte,. sich schon seit länger 
als 2 Jahren mit diesem Uebel herumtrug und sich am 18. Jan. 
d. J., wo dies Mittel zuerst gegeben wurde, so befand, dass je- 
den Tag sein Tod zu erwarten stand. Den ersten Tag erhielt 
er das Mittel in Pillenform mit &. arab. und Sacch. alb. zu 2 
Tropfen und nach ein Paar. Tagen zu 4 "Tropfen, wonach er 
sich am 20, ziemlich wohl. befand, die Respiration schien weni- 
ger beengt, das Fieber nicht mehr heftig und Pat, konnte wie- 
der auf beiden Seiten liegen.‘ Am 21. war der Auswurf. unge- 
wöhnlich stark; am 24. fand sich der Kranke: sehr beengt, doch 
am 25. wieder seinen Umständen näch ziemlich wohl, am 26, 
uud 27%. hingegen durchaus schlecht. Die Respiration war sehr 
erschwert, der Auswurf stockte, und der Kranke ging nun vom 
Kreosot zu seinen frühern Mitteln zurück. Diese bestanden in 
Pulvern zus Chinin, sulph., H6. Digit. purp. , Sem. foenic. Myrrk. 
und Sacch. lact. mit etwas Kerm,. min. oder Sulph. antim. aurat, 
und in einem Thee von Galeops, grandifl, mit etwas Rad, Liquir. 
und Sem. Anis, stellat., so wie von Zeit zu Zeit in einigen "Tro- 
pfen Laud, lig. Sydenh.. Bei diesen Mitteln hatte "er sich im- 
mer am besten befunden, und sie erleichterten auch dies Mai
	        
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