Full text: (8. Band = 1834, No 9-No 16)

410 ll. Materia medica und Toxikologie. 
dylome zu befördern, und nur bei einem Individuum verschwan- 
den nach 3wöchentlichem Gebrauche der verdünnten Tinct, Thu- 
jae die Condylome. — Bei Männern fand Aehnliches Statt. Ue- 
berall wurde grosse Schmerzhaftigkeit, -Röthe, Excoriationen und 
keine oder nur unbedeutende höchst langsame Wirkung der 'Thuja 
auf die Condylome wahrgenommen. —. Mit dem Kreosot ist F. 
gegen spitze Condylome noch immer schr zufrieden. [Casper’s 
Wochenschr. f. d. ges. Heilk., 1834, Nr. 24.] ' (K—e.). 
' 227%. Heilung eines sehr bedeutenden Flechten- 
ausschlages des linken Unterschenkels durch mehr- 
malige Anwendung des Decoctum Zittmanni; vom 
Reg. Arzte Dr. SeioLeR in Neu-Ruppin. Eine starke, etwas 
schwammige, dabei aber lebendige und reizbare Frau, Mutter 
mehrerer Kinder, hatte mit Sorgen und Widerwärtigkeiten viel 
zu kämpfen gehabt und vor einem Jahre ilire Periode verloren. 
Bald nachher schmerzte der linke Unterschenkel, röthete sich, 
und es bildete sich auf demselben ein Flechtenausschlag, der, 
immer zunehmend, zur Zeit der {rühern Periode sich meist ver- 
schlimmerte. Da seit Entstehen des Uebels Larantia, Antimo- 
nialia, Decocta purificantia etc, erfolglos gebraucht, worden wa- 
ren, wendete sich Pat. am 18. Nov. an den Vrf.. Der linke Un- 
terschenkel‘ war von den Zehen bis zum Knie ungemein ange- 
schwollen, roth, juckend und schmerzhaft, mit dünnen Crusten 
bedeckt, unter und neben welchen dünne, scharfe Jauche vor- 
quoll (Herpes humidus s, madidans), die die Umgebungen, wie 
angegeben, angriff. Nach aussen dicht unter dem Knie war eine 
Fontanelle, deren Umfang sehr entzündet und gereizt erschien. 
Die höchst missmuthige Kranke zweifelte übrigens an ihrer Ge- 
nesung. Unter diesen Umständen ‚entschloss sich S. zum Der. 
Zittmanni. Nach einer Abführung liess er es in der bekannten 
Art gebrauchen: Morgens nämlich eine Flasche starkes warm; 
Nachmittags eine gleiche Menge schwaches kalt, wobei Mittags 
4 Lotlı gebratenes ‚Hammelfleisch und eben so viel Semmel, Abeuds 
aber eine Suppe genossen und das Bett gehütet wurde. Die 
Fontanelle verlegte er vom kranken auf den gesunden Schenkel, 
oberhalb der Wade. Aevsserlich liess er bloss lane Wasserum- 
schläge machen. Nach der ersten Portion des Decocts erfolgte 
so starke Aufregung im Gefäss- und Nervensysteme, dass das- 
selbe. den ersten und zweiten Tag nur halb gegeben werden 
konnte, später aber wurde die ganze Dosis vertragen. Es folg- 
ten täglich 3— 4 ‚flüssige Stühle, vermehrter Urinabgang und 
starke Schweisse; weshalb am 6. Tage ein Abführmittel nöthig 
wurde. Der Erfolg dieses Verfahrens war geringe Besserung: 
Geschwulst und Röthe nahmen nämlich etwas ab und Flechten 
und krankhafte Absonderung wurden etwas geringer.‘ Nach 14 
Tagen, während welcher Pat. schmale Diät beobachten und schwa- 
ches Dec. Hignorum trinken musste, liess S. das Zırrnann’sche 
Decoct von Neuem und zwar ganz wic früher gebrauchen, wor-
	        
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