Full text: (8. Band = 1834, No 9-No 16)

© | HL Materis medica und Toxikologie, 
und Alagpillen. bei fleissiger körperlicher Bewegung und schwe- 
ren Arbeiten, . Jede Mühe, die Periode wieder hervorzurufen, 
war jedoch vergeblich. Unter diesen Umständen wurde M. be- 
Fragt und die auf seine Veranlassung von der Hebamme vorgenom- 
mene Untersuchung ergab, dass die Frau im 5. Monate schwanger 
war und dass davon alles abhing, was der Wundarzt für krank- 
haft gehalten und wogegen er so gestürmt hatte. M. liess alle 
Mittel bei Seite setzen und ordnete nur das Regim, da zu er- 
warten stand, dass nach Ablauf der ersten Hälfte der Schwan- 
gerschaft, wie gewöhnlich, diese Beschwerden ganz schwinden 
würden. Dies war auch der Fall, und die Frau befand sich vom 
sechsten Monate der Schwangerschaft an, bis zu ‚den letzten 
4 Wochen derselben, wo die in der ersten Hälfte der Schwan- 
gerschaft vorgekommenen Zufälle in ziemlich hohem Grade wie- 
derkehrten, ganz wohl. Zur rechten Zeit wurde sie später von 
einer starken, höchst gesunden Tochter entbunden. Das Wo- 
chenbett verlief normal, und die Frau ist später noch zwei Mal 
von gesunden Kindern entbunden . worden und stets gesund ge- 
blieben. — Ks fragt sich hier, ob die angewandten, wegen ih- 
rer sonst das Gefässeystem des Uterus bethätigenden, ja Me- 
trorrhagieen erregenden Wirkung bekannten Mittel zu unkräftig 
aus der Officin kamen, oder ob die derbe Constitution der Schwan- 
gern ihrer Wirkung trotzte. Dass diese Mittel, die Tinct. Jo- 
dinae ausgenommen , ganz kraftlos gewesen wären, glaubt T. 
nicht, da er einige derselben kurz vorher in einem andern Fälle 
mit Erfolg gegeben hatte, Vielleicht besass die Schwengere gar 
keine Empfindlichkeit für das eigentliche wirksame Princip die- 
ser Mittel. — In medicinisch- polizeilicher Hinsicht beweist die- 
ser Fall, dass es keine abortiva specifica, d, h. keine Mittel 
giebt, die absolut, in allen Fällen von Schwangerschaft, unter 
allen Umständen Abortus zu bewirken im Stande sind, dass die 
sogenannten Abortivmittel als splche nur relativ betrachtet wer- 
den müssen, und dass ihre Kraft, die Frucht abzutreiben, durch 
Nebenumstände, z.B. durch. individuelle Körperconstitution der 
Schwangern, Zeit der Schwangerschaft, Tages- und Jahreszeit 
und Beschaffenheit der Mittel hinsichtlich ihrer Güte oder Un- 
kräftigkeit, oft aber auch durch nicht zu ermittelnde Umstände 
bedingt werde. {Neue Zeitschr. f. Geburtsk, v., Busch, d’Ou- 
trepont u. Ritgen, Bd. IT, Hft. 1.) (K—e.) 
226. Die Tincturae: Thujae gegen Condylome; 
von Dr. Fricke in Hamburg. Jann wünschte vor Kurzem, dass 
mit dem von HAHNEMANN gegen Condylome empfohlenen Thuja- 
safte Versuche im Grossen, angestellt“ werden möchten. F. nun 
hat schon im vorigen Jahre, nachdem Hure.AnD darauf aGfmerk- 
paın gemacht, die Tinct, Thujae bei vielen Kranken angewendet, 
aber ein durchaus ungünstiges Resultat erhalten. Im all- 
meinen reizte dies Mittel die Umgebungen der. Condylome so 
sehr, sclbst in verdünnter Form; dass man eg ausseizen musste:
	        
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