Full text: (8. Band = 1834, No 9-No 16)

VI. Staatsarzneikunde, 
385 
Flüssigkeit, bis dieselbe von dieser bis zum Rande durchdrun- 
gen ist.‘ Nimmt die Lunge ganz die Farbe der eingespritzten 
Flüssigkeit an, so hat das Individuum im Wasser nicht ‚geathmet 
und sonach auch nicht gelebt. Zeigen sich aher nach dem Ein- 
epritzen grössere oder kleinere Stellen an derselben, die ihre 
NMatürliche Farbe behalfen, so ist, wenn die Lunge nicht tuber- 
Culös jet; dahin durch das Atlımen Wasser gedrungen, und das 
Tudividnum ist lebend in die Flüssigkeit gelaugt. — 2) Die schau- 
mige Flüssigkeit in der Luftröhre, Sie bildet sich, indem sich 
die beim Ausathmen ausgesiossene Luft mit dem bis dahin ge-> 
drungenen Wasser verbindet, wie wiederum mit lebenden Thieren 
angestellte Versuche beweisen. Das Subject, in welchem sich 
Solcher Schaum findet, muss also lebend in’s Wasser gerathen 
seyn. Jedoch macht Verf. darauf aufmerksam, dass sich dieser 
Schaum oft nur in geringer Menge vorfindet (wenn die Kxspira- 
tion schwach war). — 8) Die schaumige Flüssigkeit in den Lun- 
gen ist nach denselben Grundsätzen ebenfalls ein sicheres Merk- 
mal des in einer. Flüssigkeit geschehenen Athmens, Diese schau- 
mige‘ Flüssigkeit findet sich jedes Mal, wie wenig Wasser auch in 
die Lunge gedrungen seyn mag. Allein sie findet sich oft nur in 
einigen Zellen der Lungen. Damit mau'sic nun sicher finde, schnei- 
det ınan zuerst am Rande rings um die Lunge herum; dann einige 
Linien weiter nach innen, bis man an das Ceutrum der Lunge ge- 
langt., Oder man macht (und dies ist noch sicherer) von der Pe- 
ripherie zum Centrum der Lunge den Radien eines Kreises glei- 
chende Kinschnitte, in einer Entfernung von 1—2 Linien. Wenn 
auch nur wenige Zellen solchen Schaum en:halten, *o sind sie 
doch durch die svö 1) erwähnten farbigen. Kiaspritzungen leicht 
aufzufinden. Nun findet sich aber auch in den Lungen Krhäng- 
ter, Erstickter, an Lungenentzündung, an Lungenschlag u. 8. w. 
Gestorbener schaumige Flüssigkeit, die sich aber durch Farbe 
und Consistenz leicht unterscheiden lässt. — 4) Das Ausfliessen 
einer schaumigen Flüssigkeit aus der Lunge in die Luftröhre. 
Dies rührt daher, dass die durch die letzte schwache Inspiration 
eingezogene Flüssigkeit nicht die Lungenzellen, sondern bloss die 
grossen Bronchialzweige erreichte und durch die letzte schwache 
Exspiration auch von da nicht ganz wieder in die Luftröhre aus- 
gestossen wurde. — 5) Die änssere Beschaffenheit der. Lunge. 
Je nachdem sie mehr oder weniger mit Wasser gefüllt ist, schwillt 
Sie an, verliert das lebhafte Colorit, fühlt sich nicht blasig, ela- 
Stisch, sondern teigig, matschig an, nimmt lange zurückbleibende 
Eindrücke an u. s. w.. Eben so leicht unterscheiden sich die ein- 
zelnen‘ angeschwollenen Theile, — 6) Die Beschaffenheit des 
Kehldeckels. . Bekanntlich sind die Meinungen von dem Ofen- 
Stehen und Geschlossenseyn des Kehldeckels getheilt. Nach des 
Vrf. Versuchen giebt ‚die Stellung des Kehldeckels kein sicheres 
Kriteriumz deun er fand denselben sowohl bei solchen, die le-
	        
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.