Full text: (8. Band = 1834, No 9-No 16)

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. V. Gynäkologie und Pädiatrik, 
mund etwas von den Schambeinen ahgezogen worden, war, wor- 
auf sich viel Urin entleerte. Stuhl erfolgte zwar nach erwei- 
chenden Klystieren und salzigen- Abführmitteln, aber alle diese 
Mittel führten bei fortgesetzter Seitenlage und erhöhtem Kreuze 
doch nicht zum Ziele. St. versuchte deshalb von neuem die 
Reposition, die ihm nun auch nach einiger Mühe gelang, indem 
er mit der Hand einging, den Grund des Uterus sanft in die 
Höhe schob und mit der andern Hand äusserlich über der Schoss- 
fuge den Muttermund abwärts zu schieben suchte. Bei ruhiger 
Bettlage einige Tage hindurch wurden die Verrichtungen der 
Urinblase und des Darmcanals wieder ganz normal und die Frau 
hatte bald nicht mehr die geringsten Beschwerden. [Neue Zeit- 
schrift f. Geburtsk, v. Busch, d’Outrepont u. Ritgen, Bd, UI, 
Hft. 3.) (K—— e.) 
204. Ueber lebensgefährliche Blutungen aus ge- 
borstenen Blutaderknoten unter der Geburt; von Dr. 
Eis msseR in Stuttgart, mit einem Nachtrage vom O. A. Arzte 
Dr. Rırcke ebendaselbst. Der kürzlich von SrteuoeL (Summar, 
Bd. VIII, Nr. 28) mitgetheilte Fall der Art veranlasste E. nach- 
stehende Beobachtungen bekannt zu machen: ; I. Eine robuste, 
grosse, 4]ljährige Frau, die früher 4 Kinder von selbst, doch 
stets sehr schwer geboren, hatte glücklich das Ende der 5, 
Schwangerschaft erreicht, als am 27. Aug. 1813 Abends 8 Uhr 
Geburtswehen eintraten, Um Mitternacht sprang die Blase, ünd es 
floss viel Blutwasser ab, womit die Wehen aufhörten. Nach einer 
halben Viertelstunde stellten. sich wieder starke Wehen ‘ein und 
die Gebärende wurde nun in den Gebärstuhl gebracht. Hier klagte 
sie über starke Uebelkeit, und die Hebamme salı zugleich an der 
linken grossen Schamlippe eine mehr als kindskopfgrosse blaurothe 
Geschwulst. Da jetzt die Wehen ganz aufhörten, würde die Frau 
wieder in’s Bett gebracht und nach E. geschickt, Auf ein Mal 
hörte man knallendes Geräusch, dem copiöser Erguss von dickem 
schwarzen Blute aus den Geburtstheilen folgte, der. binnen 4 Stunde 
die Frau unter leisen Convulsionen tödtete. Leider konnte E. erst 
+ Stunde später kommen. Der Kindeskopf, der in der ersten Schä- 
dellage in der mittlern Beckenapertur stecken. geblieben war, wurde 
nun sogleich , doch nur mit Mühe, mittelst Zange ausgezogen. Das 
Kind war ein ausgebildeter, ‚aber todter, blutleerer Knabe. Der 
Mutterkuchen hing noch ziemlich fest mit der keinen Tropfen Blut 
enthaltenden Gebärmutter zusammen. Die linke grosse Schamlippe 
stellte eine hühnereigrosse Geschwulst mit ödematöser Begränzung 
dar und an ihrer innern Seite fand sich da, wo sich diese der äus- 
gern nähert, ein 14 Zoll langer Riss, durch den man mit dem Fin- 
ger in eine geräumige, noch Blutgerinsel enthaltende Höhle drang, 
die von einem zuerst nach innen in’s Zellgewebe der Schamlippe 
geborstenen und dann nach aussen aufgebrochenen Blutaderknoten 
entstanden war, In der rechten Schamlippe und an der innern Seite 
der Scheukel waren einzelne Blutaderknoten sichtbar, die vor dem
	        
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