Full text: (8. Band = 1834, No 9-No 16)

V. Gynäkologie und Pädiatrik. 
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lich vor sich gehe. In dieser letztern Ausleerung fand man das 
Corpus delicti. Die rothen und blauen Farben der Sternchen 
des Heftes hatten sich beim Durchgange durch den Darmcanal 
verwischt, und am Messer selbst bemerkte man noch, dass der 
Nagel, mit dem die Klinge an’s Heft befestigt war, beträchtlich 
hervorstand und eine Rauhigkeit bildete. — Merkwürdig bleibt 
es, dass durchaus keine örtliche Zufälle entstanden und dass 
das relativ ziemlich grosse Messer in 36 Stunden den ganzen 
Darmcanal passirte. [ Med. Correspondenzbl. d, württemb. ärztl. 
Vereins, 1834, Nr. 20.] (K— e.). ; 
V. GYnäKoLOGIE und PÄDIATRIK. 
200. Speckartiges Gewächs an den Geschlechts- 
theilen einer Fran; von Dr. STEINBERGER in Butzbach, 
Eine 36jährige Frau, ohne deutliche Krankheitsanlage , stets ge- 
sund, gehörig menstruirt, Mutter von 8 Kindern, bekam vor 
8 Jahren nach der 2. Entbindung olıne bekannte Ursache an der 
linken grossen Schamlippe eine anfangs kleine, ungefärbte, schmerz- 
lose, gleichförmige, harte Geschwulst, die sie wenig beachtete, 
da die davon abhängenden Unbequemlichkeiten nur gering Wa- 
ren. Allmählich wuchs jedoch: diese Anschwellung immer mehr, 
go dass dadurch der Beischlaf nicht wenig gehindert wurde, 
doch wurde sie schwanger und gebar vor 5 Jahren das 3. Kind. 
Die Geschwulst wuchs nun so, dass sie im April v. J. folgende 
Beschaffenheit hatte: sie entsprang in der Mitte der linken Scham- 
lippe auf der vordern Fläche derselben mit einem Stiele, der, 
im Durchmesser etwas dicker, als 4 Zoll und 14 Zoll lang war, 
Die daran hängende‘ Geschwulst war kugelförmig, aussen ganz 
glatt, nur an einer kleinen Stelle exulcerirt, hatte die natürli- 
che Farbe der Haut und hielt 34 Zoll im Durchmesser. Sich 
selbst überlassen hing das Gewächs zwischen den Beinen herab 
und zerrte die Schamlippen, wurde es aber mit ‚einer Bandage 
auf die Seite gebunden, so spürte die Frau dann keine‘ grosse 
Unbequemlichkeit davon, doch wünschte sie ihre Plage los zu 
werden. Sr. schlug die blutige Operation vor, da durchaus keine 
Spur von erweiterten Blutgefässen vorhanden war und der Stiel 
des Gewächses dieselbe sehr erleichterte. Da sich jedoch: die 
Frau vor dem. Messer fürchtete, so musste die. Unterbindung 
am Stiele vorgenommen werden, um dadurch das Abfallen des 
Gewächses zu bewirken., Aber schon nach 2 "Tagen bestimmten 
die mit der Unterbindung zusammenhängenden Schmerzen die 
Frau zur blutigen Operation, worauf St. dicht an der Scham- 
lippe mit ein Paar Zügen den Stiel abschnitt, nachdem er vor- 
her, um eine schönere Narbe zu erhalten, die Haut der Umge- 
gend hatte zurückziehen lassen. Die Blutung war unbedeutend
	        
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