Full text: (8. Band = 1834, No 9-No 16)

IV. Chirurgie und Ophthalmologie, © 353 
leise die ganze Geschwürfläche. : Je nachdem die Wirkung der 
vorhergehenden Aetizung nachgelassen hat, wird die Betupfung 
jeden, oder einen um den andern, oder auch jeden dritten Tag 
erst — wiederholt. Die Behandlung ist zwar etwas schmerzhaft, 
wenn indess Arzt und Kranker Geduld haben, so wird durch 
sie auch dann noch die Heiluug erzweckt, wenn schon viele an- 
dere Mittel vergeblich gebraucht worden waren, Bei bedeuten- 
dern Fussgeschwüren ıhuss man mit Strenge darauf dringen, 
dass der kranke Fuss in der grössten Ruhe gelassen wird. | Geht 
der Kranke ja, und selbst nur‘ über die Stube, so soll er sich 
einer Krücke bedienen. Nicht unerwähnt lässt endlich der Vrf., 
dass stets alle Umstände in Erwägung gezogen werden müssen, 
ehe ein Geschwür zugeheilt werden darf. [Heidelberger kl. An- 
nalen, Bd. 10, Hft.1.) (H—r.) 
194, Unterbindung der Arteria radialis am Hand- 
gelenke; vom O0. A. Wundarzte Dr. BarvıLı in Crailsheim. 
Kin 23jähriger beurlaubter Soldat schlug sich die Splitter eines 
Glases in die rechte Hohlhand. Die bedeutende Blutung, die 
sogleich erfolgte, wurde von einem Chirurg und nach 8 Tagen 
von einem andern behandelt. Letzterer wusste sich nicht an- 
ders zu helfen, als dass er, nachdem er ein Stück Holz in den 
Knochenzwischenraum des Vorderarms - gelegt, hatte, diesen so 
fest wie möglich mit einer Zirkelbinde zusammenschnürte und 
auf die Wunde selbst eine Masse Blutschwamm legte, durch die 
indessen das Blut unter zunehmender Schwäche des Verleizten 
beständig durchrieselte.. Am 16. Tage nach‘ der Verwundung 
wurde B. gerufen. Nach Anlegung eines Tourniquets an den 
Oberarm und Lösung des schauerlichen Verbandes fand er längs 
des Vorderarms Brandblasen, die natürlichen Folgen des Ver- 
bandes. Aus der 4 Zoll tiefen Wunde lief auf Druck stinkende 
Jauche und wenn das Tourniquet etwas gelüftet wurde, sogleich 
hellrothes wässeriges Blut aus der Tiefe. Die Hand war höchst 
ödematös. Alle 5 Minuten wurde der Kranke ‘ohnmächtig und 
da der geringste Blutverlust bei dem kaum mehr fühlbaren Pulse 
und dem todtenähnlichen Aussehen Alles fürchten liess, so war 
schleunige Hülfe .nöthig. . Ehe B. die Unterbindung vornahm, 
drückte er, gleichzeitig das Tourniquet lösend, die Art, radialis 
fest auf den Radius, um über den Ursprung der Blutung in’s 
Reine zu kommen. So lange diese Arterie comprimirt wurde, 
stand die Blutung, nach aufgehobener Compression aber fing sie 
sogleich wieder an, was hier um so angenehmer seyn musste, 
als die Unterbindung der Ulnaris wegen der vielen Brandblasen 
an der für Unterbindung geeigneten Stelle mit mehr Schwierigkeit 
verbunden gewesen wäre. Nachdem der Vrf, das Tourniquet am 
Oberarme wieder festgeschraubt hatte, machte er sich an die Un- 
terbindung der Radialis. © Die sonst leichte Unterbindung: dieser 
oberflächlichen Arterie wurde dadurch schwer, dass bei jedem 
Schnitte in Folge des fest angelegten Tourniquets die Blutung aus 
Summariwn d. Medicin. 1834, VI. 23 ©
	        
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