Full text: (8. Band = 1834, No 9-No 16)

IV. Chirurgie und Ophthalmologie, =, 35 
schung liess er die grössere Hälfte der Kuh sogleich einschütten, 
mit dem Rückstande aber innerlich und äusserlich das Maul oft 
waschen, Schon nach einigen Stunden frass die Kuh, und nach 
einigen Tagen waren auch die Giftblasen verschwunden, und die 
Kuh völlig hergestellt. — - Ein Müller wurde durch einen wan- 
dernden Burschen mit einer Colonie pedicwlorum pubis beschenkt. 
Um sich davon zu befreien, wusch er Scrotum. und Mons Vene- 
ris recht kräftig mit Solut, Cobalti, worauf er nach einigen Ta- 
gen vor Blasen, Wunden, Schmerzen und Geschwulst am Scro- 
tum kaum in der Stube umhergehen konnte: Da einige Mittel 
und zuletzt der 12stündige Gebrauch der Bleisalbe dem Leiden 
keine Schranken setzten, im Gegentheile die Zufälle zunahmen, 
liess B. 15 Gr. Kal; sulphurat. in 6 Unzen dest, Wassers lösen 
und 3 Drachmen Essig zusetzen, und diese Mischung täglich zu 
Umschlägen. und zum Waschen verwenden. Nach 3maliger Wie- 
derholung derselben war die Genesung vollendet. [Clarus’s und 
Radius’s Beitr. z. prakt. Heilk., Bd. 1, Hft 1.) : (K—e.). - 
IV. CHIRURGIE und ÖPHTHALMOLOGIE, 
192. Von der radicalen Stillung der Blutungen 
nach örtlichem Blutlassen oder applicirten Blut- 
egeln; von J. PeTterKa, Wund-, Geburts- und Thierarzte zu 
Bakowen in Böhmen. . Alle Mittel, welche wir zur Stillung von 
Blutungen ‘bis jetzt anzuwenden haben, reichen in manchen Fäl- 
len-nicht aus und sind nicht jedes Mal in Gebrauch zu ziehen. 
So sicht sich der Wundarzt oft in der. drückendsten Verlegen- 
heit,. aus welcher ihn unser Verf. mit einem einfachen, leich- 
ten und wohlfeilen Mittel, welches ihn, seiner Versicherung nach, 
niemals im Stiche liess, herauszuziehen gedenkt: dieses Mittel 
ist eine einfache Holzklemme, welche durch Comprimi- 
rung das Blut jedes Mal unfehlbar stillt. Man spaltet einen wei- 
chen Holzspan, der messerrückendick, 14 Zoll Jang und etwas 
über 4 Zoll breit ist, in zwei gleiche Theile. Die Seitenflächen, 
welche mit einander in unmittelbare Berührung zu stehen kom- 
men, werden in ihrer Mitte ausgehöhlt, so dass die Endtheile 
dicker als der Körper bleiben und sich beim Zusammenlegen 
vollkommen: berühren können, wodurch ihre: Brauchbarkeit, ei- 
ner Federkraft gleich, vermehrt wird. Die beiden, zum Auffas- 
sen der Wundstelle bestimmten Endtheile müssen an ihren Quer- 
seiten zugerundet und abgeglättet, mit weicher Leinwand, Baum- 
wolle oder Schwamm fest umwickelt seyn, um an der Wund- 
stelle nicht unnöthige Schmerzen zu erregen. Gegen die Mitte 
der Klemme und auch etwas weiter hinanf werden zu beiden 
Seiten Einschnitte gemacht, um durch daselbst eingelegte Zwirn- 
Fäden u. dgl. .die Klemme zusammenziehen und. befestigen zu
	        
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