Full text: (8. Band = 1834, No 9-No 16)

I. Pathologie, Uherapie und medieinische Klinik... 351 
Uebel Reflex eines Leberleidens, oder sonst eines organischen Feh- 
lers scheint, dürfte es rathsam seyn, auf dieses zu sehen und da- 
gegen angemessen zu verfahren, wozu Mineralwasser, wie das von 
Marienbad und Kissingen, sich am besten eignen möchten. [Cla- 
7u8’s u, Radius’s Beiträge zur prakt. Heilkunde, Bd. 1, Hft. 1.] 
K—e.) 
182, Periodisch eintretende Palsat onen im Un- 
terleibe; von Dr. Most zu Rostock. Im’ März 1821 bekam 
M. eine 82jährige Jungfer von robuster Constitution in Behand- 
lung. Patientin klagte seit 14 Tagen über periodische Leibschmer- 
zen, Uebelkeit, Kopfweh und starkes Klopfen in der Milzgegend, 
das gerzen Abend eintreten und 3— 4 Stunden auhalten sollte. 
Die Periode war regelmässig. Der Verf. hielt das Uebel für 
krampfhaft und gab ein Brausepulver.‘‘ Nach 8 Tagen kam ‚die 
Kranke wieder. Die Leibschmerzen waren gewichen, aber nicht 
der periodische Kopfschmerz und die Unterleibspulsation. Das 
bedeutend starke Klopfen, das indessen ohne‘ Einfluss auf den 
Puls war, konnte nicht allein deutlich gefühlt, sondern auch ge- 
sehen werden.‘ Dabei war das Gemüth sehr niedergedrückt und 
die Kranke weinte oft und schien geistig sehr schwach. Die 
Oeffnuung war stets regelmässig, doch waren, einige Anfälle des 
Klopfens mit vieler Augst verbunden und die Kranke sprach wäh- 
rend derselben‘ selbst verwirrt. Waren dieselben aber nach der 
erwähnten Zeit vorüber, so befand sie sich so; dass sie etwas 
arbeitete, gut schlief und ohne Fieber war. Der Puls war stets 
klein, krampfhaft. ‘ Sie nahm täglich. 4 Mal 25 Tropfen Tinct. 
valer. ammoniat. in Wasser. Nach 14tägigem Gebrauche dieses 
Mittels schwanden die Kopfschmerzen und das Periodische der- 
selben Abends, so wie auch Fieber und spastische Zufälle; aber 
die lästige Pulsation stellte sich noch zur bestimmten Zeit ein, 
erregte Beängstigung , Aufgetriebenheit, Schmerz des Unterleibs 
und Magendrücken, auch war jetzt häufig Verstopfung zugegen, 
Zum Einreiben in die linke Seite gab M. Bals. sulphuris, und 
innerlich bei Verdacht auf Infarcten Turt. tart. Rheum und Flor. 
sulph. und Valer. und Fol. Senn. zum Thee. Nach 8 Wochen 
liess sich die Kranke wieder sehen und versicherte das Klopfen 
Verloren zu haben, doch nicht nach den erwähnten Arzneien, 
Sondern nach einem später genommenen Hausmittel, Es hatte 
dasselhe in Koloquinthenkörnern” bestanden, die in Branntwein 
digerirt worden waren, und worvoh sie täglich einen kleinen Schnapps 
genommen. Das Mittel — wie stark die. Gabe gewesen, blieb 
dunkel — war nur 4 Tage benutzt worden und hatte bedeutende 
Leibschmerzen heftige Diarrhöe und Abgang von 7 grossen Spul- 
Würmern zur Folge gehabt, worauf sich völliges Wohlseyn ein- 
stellte, — Die Frucht der Koloquinthen, dieses bedeutende Dra- 
Sicum, wird jetzt nur selten verschrieben, doch giebt es Fälle, 
die 80 heftig wirkende Mittel fordern, und man sollte zuweilen 
daran denken, dass dies Mittel noch in‘ der Apotheke vorräthig
	        
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