Full text: (8. Band = 1834, No 9-No 16)

If. Pathologie, Therapie und medicinische Klinik. 323 
oder klauenartigen Auswüchsen versehene Rudimeute hervor. Der 
linke Fuss ist normaler and in gleichem Grade wie‘ die linke 
Hand entwickelt. . Die ganze Gestalt hat ein äusserst hässliches 
Ansehen, dem die vielen Beschauer Froschähnlichkeit beilegten, 
Die Stimme ist natürlich, das Kind nimmt Milch und. Brei zu 
sich, doch äusserst langsam, und hat geordnete Ausleerungen; — 
Die Mutter will im 3. und 4. Monate der Schwangerschaft im 
Walde beim Holzlesen über eine hässliche grosse Kröte sehr er- 
schrocken seyn, worauf es ihr wie ohnmächtig geworden und kalte 
Schauer den Rücken hinaufgelaufen wären. Sie habe sich setzen 
müssen, und der Schrecken habe ihr die Glieder wie gelähmt, 
Die übrige Zeit der Schwangerschaft habe sie die Angst nie ganz 
mehr verloren, ünd immer an Kröte und Kind denken müssen, auch 
Sey es ihr gewesen, als trage sie einen harten Klumpen, und in 
ihren häufigen Träumen sey immer die grosse Kröte an ihr her- 
ängehüpft. — Die Missgeburt starb nach 6 Tagen, A. sendete 
sie nach Tübingen, von wo man ihm meldete, dass eine innere 
Missbildung sich nicht vorgefunden und dass die eigenthümliche 
Hautbeschaffenheit für leproses, ‘der Ichthyosis beizuzählendes 
Leiden erklärt worden sey. [Med, Correspondenzbl. d. württemb, 
ürzil, Vereins, 1834, Nr. 21.] (K—e.) 
IL, PATHOLOGIE, THERAPIE und MEDICINISCHE KLINIK. 
1%8. Ueber die Cynanche thyreoidea; vom Dr, 
BERTHOLD in Göttingen. Ein Sljähriger, sonst gesunder kräfti- 
ger Mann, hatte seit 8S Tagen an der Grippe mit starken Hals- 
affectionen gelitten und gegen jene Wärme und Fliederthee, ge- 
gen diese aber Kınpl. melilot. benutzt. Nur der rechte Lappen 
der Schilddrüse war ergriffen, die Geschwulst desselben hatte 
sich allmählich ausgebildet, und war, als B. gerufen wurde, gän- 
seeigross. Der Kranke hatte Fieber und vollen, gespannten 
Puls, konnte nicht ausser Bett seyn und gab fürchterliche Schmer- 
Zen in der Geschwulst an, die sich längs der Seite des Halses 
his ' zum Ohre, zur rechten Hinterkopfseite bis über die Seite 
des Scheitelbeines ausdehnten und hier noch stärker, als in der 
Schr harten, äusserlich aber nicht gerötheten Geschwulst waren, 
Das Schlucken. steigerte zwar die Schmerzen, war aber sonst 
durchaus nicht behindert, die Respiration war frei, die Stimme 
Matt, zitternd. Seit 72 Stunden wollte der Kranke nicht mehr 
Seschlafen haben, auch- konnte er wegen Schmerzen den Kopf 
allein nicht in die Höhe richten. Da seit 2 Tagen auch keine 
Oeffnung zugegen gewesen war, wurde eine kühlende Mixtur aus 
Sal anglic., bis zum gelinden Abführen verordnet, und um und 
an die Geschwulst 12 Blutegel gesetzt, die zwar einige Erleich- 
terung, doch nur auf wenige Stunden brachten; weshalb am an-
	        
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