Full text: (8. Band = 1834, No 9-No 16)

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V. Gynäkologie und Pädiatrik, 
ihre Anhänger, obgleich letzterer, wegen seiner hohen Stellung, 
grössern Einfluss übte., — ‚Halten wir nun den Grundsatz fest, 
dass Erhaltung des Lebens‘ und der Istegrität der gebärenden 
Mutter und des Kindes der erste und allgemeine Zweck der Na- 
tur bei der Gebärungsfunction ist; so muss der Organismus des 
Instrumentes, durch welches man jenen Zweck erzielen will, von 
der Art seyn, dass dadurch der Mechanismus der Geburt genau 
nach den Gesetzen der Natur offenbar begünstigt und erleich- 
tert werde. Die Zange muss die nothwendigen, progressiv - rO- 
tirenden Bewegungen, des ‚zwischen ihren Blättern gefassten Ko- 
pfes um seine verschiedenen Flächen und Durchmesser mit denen 
des mütterlichen Geburtscanales in möglichste Uebereinstimmung 
bringen, durch ihren von beiden Seiten dieses Canales her auf 
denselben wirkenden ,. gleichmässigen Einfluss bhestimmend leiten, 
dabei den. möglichst geringen. Raum. einnehmen, „dennoch mit 
leichter Anwendbarkeit -hinlängliche Stärke verbinden, ‚bei jedem 
Stande des Kopfes, hoch oder tief, in den Geburtswegen an- 
wendbar seyn, zur Lösung ihrer Aufgabe den geringsten mecha- 
nischen Kraftaufwand fordern und dabei weder dem ergriffenen 
Kopfe des Kindes, noch den Theilen der. Mutter irgend eine 
Beschädigung zufügen. — Die Umstände, welche die Anwen- 
dung der Geburtszange nothwendig bedingen, beruhen entweder 
in zufälligen, der Mutter oder dem Kinde lebensgefährlichen Com- 
plicationen der ‚sonst normalen Geburt, oder sie beruhen auf ge* 
störtem. normalem, Verhältnisse der die mechanischen Geburts- 
objecte construirenden Theile, 'd. i. des mütterlichen Geburtsca- 
nals und des Kopfes des Kindes. Zu dem erstern rechnet. Verf, 
alle dem Leben der Gebärenden, oder des Kindes offenbar Gefahr 
drohenden Zufälle, deren Steigerung, auch, wenn sie mit dem 
Geburtsgeschäfte in keiner Causalverbindung stehen, doch in dem 
Gebartsbestreben bedungen liegt, dabei der Kopf des Kindes zum 
Erfassen mit der Zange hinlänglich tief in den Geburtskanal ein- 
gedrungen, die Zeit für die Wendung auf die Füsse folglich 
schon vorüber ist. Da man unter solchen Umständen das 
Herabtreten des Kopfes wohl selten oder gar nicht abwarten kann, 
sondern noch bei hochstehendem Kopfe die Zange anlegen muss, 
so muss diese auch die nothwendige Länge haben. Zu den 
letztern Umständen,‘ welche die Anwendung der Geburtszange 
bedingen, gehören die an dem mütterlichen Geburtscanale und 
dem Kopfe des Kindes vorkommenden Abweichungen ‚von ihrem 
normalen Räumlichkeits-‘ und Grössen - Verhältnisse... Man ver- 
gleiche die Beschaffenheit des Kindeskopfes mit der des mütter- 
lichen Geburtscanals , und man wird sich überzeugen, dass beide, 
sowohl der Kopf durch seine ungleiche Rundung und Elasticität, 
als auch der Geburtscanal durch seine ungleiche Weite und schie- 
fen Flächen, die sichern mechanischen Potenzen an sich tragen, 
wodurch die nothwendigen rotirenden Bewegungen und Fügungen 
des Kopfes, ‚nach dem Räumlichkeitsverhältnisse des Beckens, zu
	        
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