Full text: (8. Band = 1834, No 9-No 16)

V. Gynäkologie und Pädiatrik. 
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Äbgegangenen ein kleiner Rest von Nachgeburtsmasse, der ganz 
frisch und fest war; und nach diesem Abgange trat endlich völ- 
lige Genesung ein. [Casper’s Wochenschr.,f. d. ges. Heilkunde, 
1834, Nr. 17.1 (K—e) _ 
166. Umstülpung der Gebärmutter nach der Ge- 
burt; von Dr. STEINBERGER in Butzbach. Bei einer Frau, die 
Schon mehrmals leicht geboren, stülpte sich nach sehr schneller 
Geburt bei kurzer Nabelschnur die Gebärmutter vollkommen um, 
80 dass die innere, durch den Muttermund vorgefallene Wandung 
derselben dicht hinter dem Scheideneingange stand. Nach ei- 
Nigen vergeblichen Repositionsversuchen musste Sr. von densel- 
ben abstehen, indem heftiger Krampf des Muttermundes. der Repo- 
Sition bedeutende Hindernisse entgegenstellte. In Ermangelung 
änderer Mittel liess er sogleich Mohnsamenköpfe- mit Wasser 
kochen, spritzte das Durchgeseihte ein und bestrich den Mutter- 
mund mit laulich- warmem Oele, worauf sich ‚nach Kurzer Zeit 
die Umstülpung leicht und glücklich heben liess und sich der 
Üterus bei einigem Reiben seiner Wandungen vollkommen zusam- 
Menzog. [Neue Zeitschr. f. Geburtsk. v. Busch, d’Outrepont 
v. Rügen, Bd. II, Hft. 1.] (K— e.) 
16%. Betrachtungen über die Construction. der 
Geburtszange, nebst Beobachtungen über die Vor- 
Züge einer flachen, möglichst wenig Raum einneh- 
Menden Zange, zur leichten Vollendung der Geburt 
und sichern Schonung der Mutter und des Kindes; 
vom Dr. Partırr Horn, Prof. der theoret. Geburtsh. zu Wien, 
Der ursprüngliche Zweck der Geburtszange war, die grössere 
Zahl der vormaligen schauderhaften Entbindungsmethoden durch 
Perforation u. 8. w. zu vermindern. Hierbei konnte man nicht 
lange stehen bleiben, und bald suchte man, diesem Werkzeuge 
diejenige organische Einrichtung zu geben, durch welche es mög- 
lich ‚gemacht wird, die Geburt mit der höchsten Naturzweck- 
Mmässigkeit‘ und dem geringsten äussern Kraftaufwande zu voll 
bringen, um die Integrität von‘ Mutter und Kind möglichst zu 
Sichern. Als Folge dieses. Bestrebens liegen eine Menge ver- 
schiedener Geburtszangen vor uns. Sie zerfallen sämmtlich in 
zwei Hauptarten, in die‘ englischen. und französischen, 
denn alle später erfundenen haben die eine oder die andere ur- 
Sprüngliche Musterform zur Grundlage. An der Spitze der er- 
Stern steht die. Zange von Smeim:, an der der andern die von 
Levarı, Aus der Vergleichung der Form beider Arten wird an- 
Schaulich ,‘ dass in den französichen Geburtszangen die allge- 
Meine Tendenz zur reelten Zweckmässigkeit in höherem Grade 
ausgedrückt ist, als in den englischen. — Eine dritte Art 
Von Geburtszangen, die deutscher Geburtshelfer, ist gleich- 
3am aus den französischen und englischen zusammengesetzt. Wäh- 
rend G. W. Stein der Levaer’achen Zange Vorzüge einräumte, 
redete Boxa der Sxentp’schen. das Wort. Beide Männer fanden
	        
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