Full text: (8. Band = 1834, No 9-No 16)

V. Gynäkologie‘ und Pädiatrik,‘ 
(Neue Zeitschr. f. Geburtsk. 'o. Busch, d’Outrepont u. Ritzen 
Bd. II, Hft. 1.) $ ; ; (Kze.) “ a a 
„. 164. Verblutung einer Entbundenen wegen zu- 
Fückgebliebener Nachgeburt; von Dr, STEINBERGER in 
Butzbach. . Eine schwächliche, viel sitzende, durch starken Hänge- 
bauch belästigte Mehrgebärende kam mit einem gesunden. Kinde 
Nieder. Da die Nachgeburt einem gelinden Zuge nicht folgte, 
80 reinigte die Hebamme gemächlich das Kind, kleidete &8 an, 
Wickelte es und sah nun erst ein Mal nach der Wöchnerin, die 
bleich, kalt und fast ohne Leben in dem im Blute schwimmen- 
den Bette Jag.  Eiligst wurde St. gerufen, doch kam die Hülfe 
Zu spät, Die Blutung stand zwar nach schleuniger Wegnahme 
der Nachgeburt, doch 4 Stunden nach der Entbindung starb die 
Wöchnerin. [Neue Zeitschr: f. Geburtskunde v. Busch, d’Outre- 
Pont u, Ritgen, Bd. II, Hft/ 3) ", (K—e.) 
‚165. Ein über 4 Monate zurückgebliebenes Stück 
der Nachgebuürt;‘ vom‘ Kreis- Chir. Hrcxıne in Coblenz. Eine 
8anz gesunde Hebamme, die schon zeitige und unzeitige Gebur- 
ten erlitten hatte, abortirte von Neuem zwischen dem 4, und’ 5, 
Monate am 16. ‘April 1832 ohne besondern Blutverlust und ohne 
(remde Hülfe, Wegen zurückgebliebener Nachgeburt an demsel- 
’en Tage noch gerufen, fand H. die Frau sehr ruhig, ohne alle 
Wehen und olıne vermehrten Blutabgang. , Der Muttermund hatte 
Sich schon so: zusammengezogen, dass man an Zurückbleiben der 
Nachgeburt hätte zweifeln können, wenn nicht ‚die daran befe- 
Sligte Nabelschnur für ihr Daseyn; gesprochen. Nächdem die 
Frau‘ 10 Tage, immer auf Abgang der Nachgeburt hoffend; ‘im 
Bette geblieben war und sich sehr wohl fühlte, ging sie auf Vfe. 
Rath wieder zur Besorgung ihrer anstrengenden häuslichen Be- 
Schäftigungen. ‘Sie litt dabei ‚nur an schwacheni Abgange von 
Wochenbettreinigung. 'Am 21. Tage befielen. sie wehenartfige® 
Schmerzen mit‘ starkem Blutabgange. ‘ H. fand‘ die Frau ohne 
Sprache und im an Ohnmacht gränzenden Zustande, Die Nach- 
Schurt war noch nicht abgegangen und der Muttermund geschlos- 
sen. ‘ Zweckmässige Mittel stillten auf kurze Zeit den Blutab- 
Sang, bald aber stellte sich derselbe mit gleicher Stärke ein, und 
es folgten Ohnmachten. In dieser gefahrdrohenden Lage wurde 
Noch der Hausarzt hinzugerufen.‘ Alle Mittel halfen‘ nur kurze 
Zeit: — Das sicherste, dringend angezeigte Mittel war künstliche 
Wegnahme der Nachgeburt, doch war diese, bei dem immer zu- 
Sammengezogenen Muttermunde unmöglich: nur kräftige Wehen 
konnten die Erweiterung desselben bewirken.‘ Einstweilen konnte 
Man nur die wiederkehrenden Anfälle von Blutfluss beschränken 
und die Frau aus ihren‘ Ohnmachten zurückbringen, worin sie 
den ganzen Vormittag, fast anhaltend bewusstlos, ohne‘ Sprache 
und öfters ohne fühlbaren Puls lag. ‘ Die“ Wehen, die Vormit- 
tags sich‘ etliche Male leicht anzeigten, wurden gegen Mittag 
Stärker, wobei Mutter-Mund und -Hals weicher und ausdehnba- 
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