Full text: (8. Band = 1834, No 9-No 16)

290 _ 1V. ‘Chirurgie. und Ophthalmologie, 
vermögen, und das, was der Zweck der Herniotomie ist, näm“ 
lich Erweiterung der einklemmenden ,' aponenrotischen Theile, 
vermag das genannte Extract. So wie es bald nach seiner An- 
wendung die Pupille erweitert, so dürfte es auch die rigide Zu- 
sammenziehung der Leistenspalte, des PovrarT’schen Bandes oder 
der Nabelöffnung erschlaffen und so eine Erweiterung zu Stande 
bringen. - In einem Falle eines durch äusserliche Gewaltthäti?“ 
keit neu entstandenen und eingekleimnmten Bruches liess Bericht: 
erstatier ‚eine Salbe aus 1 Drachme Unguent. Althaeae und 
2 Unzen (!) Extr. Bellad. (soll wohl heissen aus 2 Unzen Ung: 
Althaeae und 1 Drachme Kxtr. Bellad.) eiureiben und hatte die 
Freude, die bedenklichsten und heftigsten Erscheinungen sogleich 
verschwinden zu sehen. In einem zweiten Falle, wo die Oper?” 
tion ebenfalls unvermeidlich schien, und die bedenklichsten Zur 
fülle dem Leben Gefahr drohten, wirkte die Belladonna- Salb® 
«ben so herrlich, dass die Reposition gelang. Nicht minder 
glücklich war der Erfolg in einem dritten Falle, wie auch b@ 
einem eingeklemmten Nabelbruche. — FuarTt-DuponGer Jöste 
2 Drachmen Belladonna-Extract in Wasser (wie viel?) auf, feuch- 
tete damit Leinwand an, die er bei einem eingeklemmten Brü“ 
che auf den Leistenring legte, wodurch die Reposition möglich 
gemacht wurde, (Bei der. bekannten Wirkung. dieser kräftigen 
Pflanze, alle Schliessmuskeln zu erschlaffen und ihre Oeffnunge? 
zu erweitern, verdient sie bei incarcerirten Hernien: alle Auf“ 
merksamkeit' und grosses Vertrauen. Aber man hüte sich — ich 
spreche aus Erfahrung! — vor zu starker Dosis des Mittels, zur 
mal wenn es auf Flächen gebracht wird, wo’ cs schnell und 
stark resorbirt wird. Auf Heorxus Empfehlung wendete ich € 
gegen Strictura sphincteris ani äusserlich an, und ob. ich gleich 
statt der vorgeschriebenen Quantität einer Drachme, nur el 
nen Scrupel nahm, so bekam ich dennoch VergiftungszU” 
fälle zu bekämpfen, welche das Leben meiner Patientin vier 
Stunden lang in Gefahr setzten. Referent.) [Gräfe’s w. Wal- 
ther’s Journ. f. Chir. u. Augenheilk., Bd. 20, Hft. 4.] (V—t.) 
157%. Ueber eine neue Methode zur Heilung de! 
Varicocele und Cirsocele; von G. BRESCHET. — Bekannt 
mit den mannigfaltigen Schwierigkeiten. und Gefahren, welch® 
mit den zur Heilung dieser, von den meisten Aerzten als unheil- 
bar betrachteten Uebel empfohlenen und ausgeführten Operati0” 
nen öfters verbunden sind, und durch wiederholte Erfahrung yon 
der Nutzlosigkeit anderer, z. B. adstringirender äusserer Mittel 
gegen dieselben hinreichend belebrt, kam B. auf den Gedanke 
die. Compression dagegen zu versuchen, Die Erfolge dersel- 
ben waren so glänzend und sicher, dass er jetzt in vielen Fäl- 
Jen sie angewendet hat. Aus der Summe seiner bisherigen Beob- 
achtungen theilt er folgende 2 Fälle mit: I, Ein 29 Jahre alter 
kräftiger. Bedienter bemerkte schon in seinem 15. Jahre, da®®ß 
sein linker Hode anders: gebildet, als der rechte und der Hoden:
	        
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