Full text: (8. Band = 1834, No 9-No 16)

A 
IV. Gynäkologie und Pädiatrik. 
Erfahrungen belehrt, als recht und wahr erschienen: sey, — Bei 
einer so seltenen Unternehmung nun, als die künstliche Früh- 
geburt. ist, scheint es dem Verf. vor Allem nöthig: 1) über das 
warum, 2) wann und in welchem Zeitpunkte der Schwanger- 
schaft ,. 3) wie und’ auf ‚welche Art und Weise sie am leichte- 
sten und am zweckmässigsten zu unternehmen und auszuführen 
und ‚endlich 4) über die Vorhersagung etwas Bestimmtes anzı- 
geben. — Was den ersten Punkt anlangt, so dürfte eine weit- 
läufige Anseinandersetzung allerdings überflüssig seyn, wohl aber 
möchte es sich nöthig machen, ein gewisses Maass und Enge- 
verhältniss des Beckens anzugeben für die Fälle, in denen Früh- 
geburt dem Kaiserschnitte und in. denen. letzterer der erstern 
vorzuziehen seyn wird. Betrachtet man Lebensfähigkeit, Grösse 
des Kopfes und Biegsamkeit der Schädelknochen eines 7-—Smo- 
natlichen Fötus und. bringt. man den grössten Durchmesser vor 
kaum 3. Zoll mit der Enge des Beckens in: Vergleich, so kann 
man annehmen, ‚dass bei einer Conjugata: von 2123 Zoll die 
Frühgeburt in der 29.—31,, bei 3—34 Zoll von der 32.— 35. 
Schwangerschaftswoche. mit glücklichem Erfolge ausgeführt wer- 
den könne.: Bei Beckenweite von weniger als 2} und 2 Zoll 
kann ein lebensfähiges-Kind, das :doch: ‚wenigstens 28: Wochen 
im mütterlichen Schoosse getragen und. ernährt worden seyN 
muss ,- nicht auf gewöhnlichem Wege lebend geboren und erhal- 
ten werden, und es: bleibt für diese Fälle nichts übrig, als Bauch- 
und Gebärmutterschnitt, besonders wenn die Mutter stark und 
gesund und das Kind noch am Leben ist... Bedeutende Schwäch- 
Jichkeit und Kränklichkeit der Mutter, oder gewissen Tod des 
Kindes sieht S. für ‚bestimmte Gegenanzeigen gegen den Kaiser- 
schnitt an und er .rathet im letztern Falle Perforation: und Zer- 
stückelung des Fötus vorzuziehen, da sich ja ein abgestorbenes 
und: in-Fäulniss übergegangenes Kind sehr zusammendrücken. und 
verkleinern Jässt,., wenn ‚nur die Schädelknochen erreicht, ge- 
sprengt und herausgezogen werden können. Die künstliche Früh- 
geburt. dürfte daher dem Kaiserschnitte ‚in folgenden Fällen vor: 
zuziehen seyn uud ein günstiges Resultat hoffen Jassen. 1) Die 
Weite des Beckens ist so abnorm gering, dass ein ausgetragenes 
reifes Kind unmöglich, ein %—Smonatliches aber wohl ohue 
Lebensgefahr, ljebend, und ohne sehr grosse Qualen und Schmerr 
zen für die Multer geboren werden kann, wenn sonst die Lage 
zur Geburt. regelmässig und günstig ist; 2) ein hoher ‚Grad von 
Bauchwassersucht kamı dringende Anzeige, zur künstlichen Früh- 
geburt werden, und 3) ein auf dem Muttermunde gelagerter Mut- 
terkuchen, der. eine lebensgefährliche, nicht zu stillende Hämor- 
rhagie verursacht, ist ebenfalls Anzeige zur künstlichen Frühge- 
burt, denn was ‘wird in, solchen Fällen durch Accouchement 
force anders, als eine solche hervorgebracht ? — Was den zweiten 
Punkt anlangt, : nämlich die Zeit, in der, die künstliche Frühge- 
burt zu unternehmen ist,.8o. setzt. S.. diese Zeit im Allgemeiner
	        
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.