Full text: (8. Band = 1834, No 9-No 16)

IV. Gynäkologie und Pädiatrik, 
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‚folgter Eiterung reicht der Verf. das Phellandrium aquatioum, 
ässt äusserlich Kataplasmen auflegen und öffnet den Abscess, 
nach eingetretener Eiterung, in seiner ganzen Länge. In einem 
Falle, welcher ausführlich mitgetheilt wird, gebar die Patientin 
nach überstandener Krankheit noch drei Mal, ohne dass auch 
nur die mindeste, Unbequemlichkeit zurückgeblieben wäre,‘ und 
doch war der ganze Krankheitsverlauf sehr ‚heftiger Art. ‚Das 
Fieber kehrte täglich zurück‘ und. endete mit starken‘ Nacht- 
schweissen, die Diarrhöe war sehr heftig und ‘durch Nichts zu 
stopfen, der Athem beengt, Husten mit starkem Auswurfe, leise, 
kaum verständliche Sprache, geschwollene Füsse; alle Symptome 
einer vollkommenen Schwindsucht waren vorhanden gewesen, 
[Rust’s Magazin, Bd. 41, Hft. 2.) (H—r.) 
IV. GYNÄKOLOGIE und PÄDIATRIE. ' 
130, Ueber die hauptsächlichsten Ursachen der 
rrossen Sterblichkeit der Schwangeren; vom Kreis- 
physicus Dr. NEUMANN ZU Strassburg in Westpreussen, In den 
untern Classen des Volks sind es die schädlichen und albernen 
Mittel, welche die meisten Schwangeren würgen, in den obern 
Ist es gewöhnlich die falsche Lebensordnung in diätetischer Hin- 
sicht. Die Verderblichkeit der Volksmittel tritt zu deutlich her- 
vor, als dass es nöthig wäre, sie näher aus einander zu setzen; 
die Lebensordnung der Schwangern aber, besonders in zweier- 
lei Hinsicht, wird selbst von Aerzten zu wenig erwogen, als 
dass einige Worte hierüber unnöthig seyn sollten. Es fällt dem 
Manne, besonders in den gebildeten Ständen, nicht ein, dass die 
schwangere Frau vor Allem der Ruhe bedarf, dass ihr Schlaf gere- 
gelt seyn müsse und dass grosse Gesellschaften nicht ferner besucht 
werden können, Wohl aber denkt er daran, dass die Frau durch 
Wein, Gewürze und die nahrhaftesten Sachen gestärkt werden müsse, 
Man nimmt nämlich, weil die Schwangere über Uebelkeit und andere 
Beschwerden klagt, allgemein an, dass sie zu schwach sey und 
dass überhaupt die Schwangerschaft Schwäche mit sich führe. 
Deshalb müssen alle Schwangere, bei denen sich nur irgend Au- 
lage zu Plethora findet, vollblütig werden und das Vorurtheil be- 
stätigen, dass jede Schwangere, : die vor der Entbindung zur 
Ader gelassen, um so leichter alle Beschwerden während des 
Gebärens überstehe. So wird durch Ueberreizung und darauf 
folgende Deprimirung der Lebenskraft dem Körper die Stärke 
Zenommen, die zu dem so angreifenden Geburtsacte nöthig ist. — 
Die Sterblichkeit der Gebärenden dürfte wohl am ersten durch 
folgende Lebensweise zu der der übrigen Menschen zurückge- 
führt werden: zuerst muss die Schwanger® 80 viel und so lange 
schlafen, als sie nur will. Oft reicht die Nacht: nicht dazu his,
	        
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