Full text: (8. Band = 1834, No 9-No 16)

218 ]l. Materia medica und Toxikologie. 
grösste Pünktlichkeit, Sicherheit in der Ausführung und darum 
vorzüglich manuelles Geschick sind unumgänglich nöthig, wenn 
die Transfusion gelingen soll. — Die Besorgniss, als könnte viel- 
leicht durch das transfundirte Blut eine Krankheit übergetragen 
werden, muss, ob sie gleich bei Wahl des Subjectes ,. dem Biut 
behufs der Transfusion entzogen werden soll; Berücksichtigung 
verdient, vor der Dringlichkeit der Umstände schwinden, Die 
Indicatio vitalis macht jeden Zweifel der Art verstummen. Schliess- 
lich führt K. noch an, dass ganz kürzlich Herıne in Neuenstadt 
bei einer Wöchnerin, die :an enormer, bis zu Zeichen der In- 
anition gesteigerter Metrorrhagie litt, die Transfusion ebenfalls 
mit dem glücklichsten Erfolge vorgenommen hat. [Med. Corre- 
spondenzbl. d. württ. ärztl. Vereins, 1834, Nr. 16.] (K—e.) 
122. Vergiftung durch die Beeren der Lonicera 
Xylosteum; von Dr. JaHn in Meiningen. Die 3 Kinder el- 
nes armen Mannes kamen am 7%. Jul. v. J. Nachmittags krank 
nach Hause und legten sich sofort unter heftigem Erbrechen und 
Laxiren, starkem Leibschmerze, profusem, kaltem Schweisse, 
glühendem Durste und bedeutendem Fieber. Letzteres war be- 
sonders beim jüngsten Kinde, einem 3jährigen Knaben, sehr 
stürmisch. Ueberdies zitterte und. .zuckte dies Kind am ganzen 
Leibe, hatte blutige Stühle und war betäubt. AHes liess auf 
Genuss einer giftigen Substanz schliessen und endlich ergab sich, 
dass die Kinder grosse Quantitäten der Beeren. von Lonicera 
Aylosteum genossen hatten. "Trotz ölig-schleimiger Mittel stie- 
gen die Zufälle bei Nacht immer höher, so dass das jüngste 
Kind heftige Convulsionen bekam und das Leben gefährdet schien. 
Am nächsten Morgen hatte sich jedoch der Zustand sehr gebes- 
sert und am 3, Tage stellte sich völlige Genesung ein. Dieser 
Fall iet deshalb nicht unwichtig, weil keins der bekannten toxi- 
kologischen Werke die Beeren des genannten Strauches als gif- 
tig aufführt. Becastein und MessueR haben sie jedoch als ver- 
dächtig bezeichnet und Ersterer giebt an, dass die Heckenkir- 
schen ihrer heitigen purgirenden Wirkung wegen von den Vö- 
geln geflohen würden. [Casper’s Wochenschr. f. d. ges. Heilk., 
1834, Nr, 18.} (K— e.) 
HI. CHIRURGIE und OÖPHTHALMOLOGIE. 
123. Angeborener sogenannter Fungus durae ma- 
tris, ‚beobachtet von J. W. Armıne, Kreiswundarzt zu. Steyer 
u. Mag. d. Chirurgie u. Geburtshülfe, Der Grund, dass wir: über 
Entstehung, Natur und Sitz dieses wichtigen Kopfübels noch 
nicht im Reinen sind, mag wohl einer Seits das seltene Vor- 
kommen desselben, anderer Seits die Dürftigkeit seiner äussern 
Symptome, besonders zur Zeit seiner Entstehung, seyn. Dazu 
kommt noch, dass die neuern und ‚neuesten Schriftsteller über
	        
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