Full text: (8. Band = 1834, No 9-No 16)

214 IL Materla medica und Toxikologie. 
1 Gr., nach einer Stunde lasse man eine zweite Gabe zu &I- 
nem‘ Grane nehmen und wieder nach einer Stunde reiche man 
die dritte Gabe zu 2 Granen, die meist die letzte seyn wird. 
Diese Steigerung von Stunde zu Stunde scheint darum nöthig, 
weil man sich hüten muss, die Krisis‘, die dieses Mittel so heil- 
sam herbeiführt, stürmisch einzuleiten.” Gerade die Progression 
im angegebenen Maasse sichert daher den Erfolg der Krisis, der 
ohne solches progressives Verhältniss bei solchen kleine? 
Kindern sich nicht zeigt, MNähern sich die Kinder dem zweiten 
Lebensjahre, oder haben sie dasselbe erreicht, so ist eine sol- 
che Steigerung der Gaben zur Einleitung der günstigen Nerver” 
Krisis nicht mehr nöthig, sondern man giebt, je nachdem die 
Zufälle mehr oder minder heftig sind, alle Stunden 1—2 Gr- 
Meist wird die dritte Gabe hinreichen, um die Krisis, welche 
den im Cerebral-Punkte krankhaft sich anhäufende® 
Reiz ableitet; zu bewirken, um die Zufälle aufhören zu ma” 
chen. Dauert ja krankhaft erhöhte convulsivische Erregbarkeit 
noch fort, so muss die Artemisia in Gaben von 1—2 Gr. alle 
2 Stunden ferner gereicht, in der Gabe aber nicht über 2 Gr 
erhöht werden, weil dadurch bedenkliche Aufregung des Ner- 
vensystems herbeigeführt wird. Wie es allgemein der Erfah- 
rung entspricht, dass starke, wohlgenährte, vollsaftige Kinder den 
Schäuerchen bei der Dentition am meisten unterworfen sind, be- 
sonders wenn die Salivation nur schwach bleibt, die doch die- 
nen muss, das vorhandene Uebermaass des Bildungsstoffes vom 
Punkte der Zahnarbeit abzuleiten, so muss bei solchen Indi- 
viduen des ersten Alters das hier besprochene Mittel den sorg” 
fältig geprüften Beobachtungen des Verfs. zu Folge sich als spe“ 
eifisches Mittel darlegen, [Hufeland’s Journ, d. prakt. Heilk., 
1834, März.) (K— ee.) 
120. Thuja-Saft; von Dr. Jan in Meiningen, J. prüft 
jetzt in seinem Hospitale die Homöopathie praktisch. Zu dem 
Wenigen, was er bisher gefunden, gehört, dass der Saft der 
Thuja occidentalis der Aufmerksamkeit: der Exxperimentatoren 
nicht unwerth zu seyn scheint. Bekanntlich hat HAHNEMANN den 
Rath ertheilt, die Feigwarzen mit Lebensbaumsaft ‚zu betupfen 
und denselben bei diesem Uebel auch innerlich zu geben. Von 
Tetzterer Anwendungsweise redet J. hier nicht. Dagegen hat er 
in 2 Fällen, wo schon mehrere Mittel fruchtlos versucht wor- 
den waren, die äusserliche Anwendung mit anscheinend gutem 
Erfolge versucht, Er sagt: anscheinend, weil zugleich seit 
längerer Zeit Mercur in den gewöhnlichen Gaben innerlich ge- 
nommen worden war und derselbe vielleicht gerade da, als die 
Thuja in Anwendung kam, seine früher umsonst erwarteten heil“ 
samen Wirkungen zu zeigen begann. — Bestätigt sich, dass, der 
Thuja-Saft gegen Feigwarzen wirksam ist, so erklärt sich das 
aus der natürlichen Verwandtschaft der Thuja mit Sabina. [Cas- 
per’s Wochenschr, f. d. ges. Heilk., 1834, Nr. 18.] (K—e.)
	        
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