Full text: (8. Band = 1834, No 9-No 16)

198 L Pathologie, Therapie und medicinische Klinik, 
scher Form erscheinen liess. Doch wurde dadurch der Grund- 
keim der FVariola vera nicht zerstört, sondern trat nun in zweiter 
Uebertragung und Reproduction in voller Ausbildung wieder hervor. 
[Hufeland’s Journ, d. prakt. Heilk, 1834. März.] (K-—e.) 
„210. Plötzlicher Tod, veranlasst durch inner® 
Blutung, in Folge spontaner Zerreissung der innern 
Haut mehrerer Arterien; von Dr, v. SroscH in Berlin. In 
einer Lehranstalt befand sich unter. mehreren leicht Erkrankten 
ein junger, 16jähriger Mensch von gestrecktem Körperbau, dunk- 
len Haaren und Augen, der schon seit 2 Jahren sich daselbst 
befand, nie aber krank gewesen: war. Vor 14 Tagen hatte er 
wegen gastrischer‘: Zufälle ein Kmeticum bekommen, worauf er 
am andern Tage von seinen Beschwerden genesen war. Jetzt 
klagte er über dumpfen Kopf- und Kreuzschmerz , er hatte kein 
Fieber, gastrische Symptome fehlten, nur war keine Oeffnung 
da, wogegen er Pulv. Glycyrrh. comp. erhalten hatte. Als der 
Verf, den Pat. am 3. Tage seiner Aufnahme auf die Kranken- 
stube sah, hatte sich der Kopfschmerz sehr vermindert, er klagte 
aber über Schmerzen im Mastdarm, die von kleinen Knötchen 
herrühren sollten. Bei der gerade häufig vorkommenden Klage 
über hämorrhoidalische Beschwerden schien örtliche Blutentlee- 
rung nützlich, und so wurden denn Abends 8 Blutegel an den 
After gesetzt, welche eine, während einer Stunde unterhaltene 
mässige Blutung zur Folge hatten. Dann ging Pat., nachdem er 
sein Abendbrot gegessen, zu Bette, scherzte noch mit seinen 
Cameryaden und schlief ein. Nach Mitternacht erwachte er un- 
ter heftigem Schreien, wofür er, obgleich bei Bewusstseyn, kei- 
nen Grund angab. Endlich bemerkte der Wärter, der ihn wie- 
derholt zur Ruhe verwiesen , dass das Bewusstseyn dunkler werde, 
und rief daher den Hauswundarzt. Als er zurückkam, lag der 
Kranke in heftigen, den epileptischen ähnlichen  Convulsionen: 
die Anästhesis war vollkommen, die Respiration heftig und ster- 
torös, vor dem Munde fand sich Schaum, das Herz schlug hef- 
tig, hörbar. Der Körper wurde dabei von Zeit zu Zeit durch 
heftiges Zucken erschüttert, die Arme waren krampfhaft gespannt 
und die Daumen eingeschlagen. Nachdem diese Krämpfe einige 
Zeit angehalten, verminderte sich ihre Häufigkeit, Respiration 
und Herzschlag wurden ruhiger und der Kranke schien einzu- 
schlafen. Am Morgen, etwa 6 Stunden nach "dem nächtlichen 
Erwachen fand man ihn todt im Bette und v. St. erfuhr nun erst 
das Vorgefallene. — Die von FrorıeP vorgenommene Section 
gab folgenden merkwürdigen Befund: bei Eröffnung der Brust- 
höhle zeigte sich diese im vordern Theile durch Zurücksinken 
der Lungen leer und die Oberfläche des Herzbeutels etwas ver- 
trocknet. Die Lungen an den vordern Rändern ganz normal, Die 
rechte Lunge an der äussern Wölbung mit der Rippenpleura durch 
einfache; Jeicht zu lösende, Verklebung verwachsen. ‘ Beim Her- 
ausheben der linken Lunge aus dem Pleurasacke fand sich ‚eine
	        
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