Full text: (8. Band = 1834, No 9-No 16)

IV. Chirurgie‘ md Ophthalmnlogie.: 37 
üher drückendes Kopfweh, besonders in der Stirngegend und im 
Umkreise der vernarbten Wunde; dabei war ihm schwindlig. 
Unter bedeutender Röthung des Gesichts und Ilervortreten der 
Augen würgte er immer und gab alle Beweise von Gastriciemus. 
Auf ein gegebenes Brechmittel erbrach er grosse, unverdaute 
Fleisch» und Brotstücke, Den 12. Oct. war der Kopfschmerz 
noch heftiger, alle Geistes- und Körperkräfte lagen darnieder, 
über die ganze rechte Seite des Gesichts und Halses verbreitete 
sich eine erysipelatöse Anschwellung von mehr hochrother, ‚in’s 
Gelbliche spielender Farbe; besonders war, die Parotis dieser 
Seite härtlich aufgetrieben und selbst hei leisem Drücken sehr 
schmerzhaft. Die beinahe vernarbte Wunde fing wieder an zu 
eitern u, s. w.. Man gab Decoct. sol. mit Sulphas magnes, und 
Tart. stib., wie auch Clysmat, solvent. Am 13. Oct. beträcht- 
liche Verschlimmerung: Delirium, :convulsivische Anfälle unter 
heftigem Schüttelfroste mit darauf folgender trockener Hitzes 
vermehrtes Fieber; unwillkührlicher Abgang der KExcremente, Man 
seizte noch Blutegel hinter die Ohren, legte Senf auf die Wa- 
den, Vesicatore in den Nacken und auf die Oberarme; allein am 
Morgen des 14. Oct, starb Pat. unter convulsivischen Anfällen. 
Section: Die Wunde war bis auf eine kleine Stelle nach hin- 
ten geschlossen.. Unter den allgemeinen Bedeckungen fand man 
hier gelbliche, sulzig kleberige Flüssigkeit von üblem Geruche, 
den Knochen wie ein Thaler gross missfarbig, bräunlich, an‘ .der 
Vereinigungsgegend der Pfeilnaht ‚mit der Kranznaht in Suppu- 
ration übergegangen; unter dem Temporalmuskel rechter Seits 
ebenfalls sulzige Materie angesammelt; : auf der harten Hirnhaut, 
besonders an der rechten Seite, wie auch auf und unter der 
Pia mater eine dünne Lage von missfarbigem, übelriechendem 
Eiterz im: grossen Sichelblutbehälter etwas mit dünnem Blute 
vermischten Eiter; die Hirnhäute mit vielen Gefässen durchwebt, 
das Gehirn unter der Wunde und besonders gegen die rechte 
Seite hin, missfarbig, röthlich-grau und sehr mürbe, Die Pa- 
rotis und die Unterkicferdrüsen waren aufgelockert, in eine sul- 
zige, eiterige: Masse umgestaltet; Gekröse, Netz und Oberfläche 
der Gedärme mit einer gelbflockigen, dünnkleberigen Masse über- 
zogen; die Leber aufgetrieben, dunkelgelb, -mürbe und mit Ei- 
lerpunkten versehen. — Zwei Männer, W. und M., hatten Sä- 
beihiebe hekommen; nämlich W. linkerseits eine schief von dem 
Stirnbeine über das Seitenwandbein laufende, % Zoll lange, bis 
auf den Knochen “dringende‘ Hautwunde, M. eine desgleichen, 
Welche von dem Seitenwandbeine quer über die Pfeilnaht lief 
und 4} Zoll lang war, wie auch eine zweite, 1} Zoll lange, 
quer über die Stirn gehende. Die Knochen waren nicht verletzt 
Und auch weiter keine Bedenklichkeiten obwaltend. Man verord- 
nete ‘kalte Fomentationen und innerlich Dec. Taraxaci et Cichor. %)} 
cum Sulfat, magnes. 3}. Zum Getränke leichte Emulsion; zur 
Kost schwache. Portionen. M. wurde nach 5 Wochen ganz ge-
	        
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