Full text: (8. Band = 1834, No 9-No 16)

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} ML Materia medica und Toxikologie. 
unterdersen sehr klein und. mässig frequent, wurde aber stünd- 
lich häufiger. Der Durst war sehr stark. Statt des durch das 
Oel gemilderten Brennens trat jetzt. äusserst heftige „Präcordial- 
angst mit grossen Beklemmungen um die Brust ein, woraus . V. 
auf bevorstehendes Erbrechen schloss, Er zögerte daher mit dem 
bereits angeordneten Brechmittel noeh einige Minuten, und wirk- 
lich trat darauf sehr heftiges Erbrechen ein. .Die. Kranke, die 
bereits Tags vorher sehr wenig genossen und vor Aufnahme des 
Giftes ihren Caffee durch freiwilliges Erbrechen wieder von sich 
gegeben hatte, entleerte durch Mund und Nase mit Heftigkeit 
weissliche, dickflüssige Massen, die an den Durchgangsstellen 
brennende Schmerzen hervorriefen und wie flüchtiges Liniment ro- 
chen. _ Sie bestanden aus Schleim, genossener Milch und mit Oel 
verbundenem Aeizammoniak. Das Erbrechen wurde nun durch 
Nachtrinken lauwarmen Schleimes unterhalten. Es kehrte von Zeit 
zu Zeit wieder, und zuletzt wurde reiner Schleim reichlich ausge- 
leert, Dem Erbrechen folgten mehrere Stühle, die am After ein 
heftiges Brennen, wie nie vorher empfunden worden war, verur- 
sachten. ‚ Abends hatten Erbrechen und ‚Diarrhöe nachgelassen, 
der Puls aber war sehr klein, die KRegio epigastrica sehr empfind- 
lich, und zugleich hatte sich gegen 4 Uhr Nachmittags bedeuten 
des Frösteln eingestellt... An die schmerzhafte Stelle wurden Blut- 
egel gesetzt und mit der Emulsion fortgefahren. Die Nacht zum 
18. war sehr unruhig. Die Kranke klagte besonders über grosse 
Beklommenheit und Luftmangel. Sie fühlte das Bedürfniss, tief zu 
athmen, doch ein in der Gegend des Oesophagus sitzender, hef- 
tiger Schmerz hinderte sie daran. Die Haut war trocken. Der 
Verf. liess die Emulsion mit starkem Zusatze. von Ag. Laurocerasi 
und Hinweglassung des Nitrum erneuern und gegen den brennenden 
Durst Essigwasser abwechselnd mit schleimigem Getränke nehmen, 
Gegen Abend war die, Kranke sehr äufgeregt, der Puls ganz 
klein, sehr frequent , die Beklemmung grösser und die Präcordien 
schmerzhaft, aufgetrieben. Unter diesen Umständen wurden s80- 
gleich 12 Unzen Blut am Arme entleert und zugleich ein Vesicator 
auf die Oberbauchgegend gelegt, wonach Erleichterung und Ab- 
nahme der Beklemmungen bemerkt wurde. Mit der Emulsion 
wurde ununterbrochen fortgefahren. Die Nacht zum 19. war rü- 
higer und es fand sich in derselben etwas Schlaf, Die Schmerzen 
im Epigastrium hatten bedentend nachgelassen, dagegen schmerzte 
das Vesicator sehr, weshalh die Stelle mit Rosenpomade verbun- 
den wurde, Der Puls war etwas grösser und hatte etwa 85 Schläge, 
Die Haut fing zu duften an... Emulsion und schleimiges Getränk 
wurden fortgenommen. Gegen Abend exacerbirte das Fieber deut- 
lich, doch schwächer als früher.‘ In der Nacht: zum 20. schlief die 
Kranke gut. Das Duften der Haut hatte sich bis zum Schweisse 
gesteigert, Brustbeklemmungen und - Empfindlichkeit des Epiga- 
striums aber sehr nachgelassen, Von Zunge und Gaumen löste sich 
die weisse zusanmengeschrumpfte Haut los und diese Theile er-
	        
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