Full text: (8. Band = 1834, No 9-No 16)

160 - 1L Materis medica und Toxikologie. 
handelt; eine Behandlung, die hier gerade um so mehr ange- 
zeigt schien, da bei Allen das Uebel hauptsächlich in der Haut 
gass. Aeusserlich wurde nur in einzelnen Fällen bei sehr hart- 
näckigen Condylomen, die übrigens ‚meist beim Gebrauche des 
innern: Mittels von selbst verschwanden, eine Sol. merc. subl. 
gorr. angewendet.“ Alle, selbst J. Kr. sind völlig hergestellt wor- 
den und Recidive haben sich nicht eingefunden. [Pfafs Mit- 
theil. a. d. Geb. der Medicin, Chirurgie u, Pharmacie , II. Jahrg 
8. u: 4. Heft.] (K— e.) 
1. MATERIA MEDICA und. TOXIKOLOGIE. 
87. Von zwei durch die Erfahrung bewährten; 
so schätzbaren als wirksamen Heilmitteln; vom G: 
M. R. Leibarzt Dr. v. VoceL in Rostock. I. Ueber die Vera- 
trine.‘; Ganz neuerlich hat Anex. TUuRnsuLL in einer eigenen 
Schrift: (An investigation into the remarkable medical effects 
resulting from the external application of Veratria. London 
1834.) sich über die trefflichen Wirkungen dieses Mittels genau 
verbreitet und v. V., in die Angaben desselben, so auffallend sie 
auch zum Theil klingen, keinen Zweifel setzend, beeilt sich, aus 
den Originalquellen das Wichtigste mitzutheilen. — Ehe Peı- 
LETIER und CavzenTtou dies Alkaloid 1819 im Sem. Sabadillae 
fanden, hatte es schon früher in demselben Jahre Muıswer in 
Halle entdeckt. Letzterem gebührt also die Ehre der Priorität. 
Bekannt ist, dass man. es Veratrinum, Veratrina, Veratria und 
Sabadılline genannt und ‚bisher allein von Veratrum Sabadilla, 
Veratrum album und Colchicum autumnale erhalten hat, doch 
steht nicht zu bezweifeln, dass es auch in mehreren andern zu 
den Colchiaceen gehörenden Pflanzen enthalten sey. Es stellt 
ein weisses geruchloses Pulver von sehr scharfem Geschmaeke 
ohne Bitterkeit dar. In die Nase gebracht; erregt es heftiges 
Niesen, an den Augen grossen Reiz und Thränenfluss, im Ma- 
gen und in den Därmen Erbrechen und Purgiren.. Auch einige bei 
der Zubereitung eingeathmete Partikelchen sollen schon purgiren 
und wenige Grane innerlich können tödten. Innerlich hat man 
das Veratrin in Pillen, oder in‘ Auflösung gegen Wassersucht, 
Gicht, Rheumatismen u. s. w. gegeben, äusserlich in Auflösung, 
oder, was besser ‚ist, mit Schweinefett als Salbe. 5, 10, 20 
und mehr Gran werden auf die Unze Fett genommen, und davon 
wird Morgens und Abends, oder auch alle Paar Stunden, wenn 
das Uebel nicht abnimmt, soviel wie eine, Haselnuss beträgt, ö 
bis 15 Minuten möglichst genau in den leidenden Theil, bis zur 
Heilung, eingerieben. Das Einreiben geschieht mit den Fingern 
und dann mit einem trocknen Lappen, bis: alle Salbe eingezogen 
und der Theil trocken ist. Die Haut darf aber nicht wund, oder 
gereizt und sehr empfindlich seyn, auch, darf nichts davon an
	        
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