Full text: (8. Band = 1834, No 9-No 16)

ll, Pathologie, Therapie und medicinische Klinik. 155 
der äussern Haut betrachtet worden sind. ‘ Uebrigens ist nicht 
zu übersehen, dass hier Hydatiden mit Scirrhusbildung zugleich 
vorkamen, was für Anaw’s Ansicht, dass das Wesen des Krebses 
in Erzeugung von Hydatiden zu suchen sey, zu sprechen scheint. 
[ Med. Zeit. »: d. Verein f. Heilk. in Preuss, 1834, No. 9.] (Fr.) 
86. Merkwürdige Verbreitung’ der Syphilis 
durch ‚ungewöhnliche Ansteckung; vom Physicus Dr. 
Prrunx in Pinneberg. Am 17% Apr. v. J. nahm ein gewisser 
H. La. die ärztliche Hülfe des Vfs. wegen eines Uebels in An- 
spruch, das sich sogleich als syphilitisches darstellte. Pat., 27 
Jahr alt, durch Rhachitis an bedeutender Cyphosis leidend, sonst 
von starkem, robustem Baue und angeblich immer gesund, klagte 
über heftige brennende Schmerzen am After, wozu sich später 
auch stechender Schmerz im Halse gesellt habe, : der besonders 
beim Schlucken rege werde. Bei Untersuchung fand sich nicht 
bloss um den After und zwischen den Natibus, sondern auch am 
männlichen Gliede, namentlich zwischen Eichel ‚und Vorhaut eine 
Menge kleiner röthlicher Condylome von verschiedener Gröss® 
auch‘ bemerkte man eigenthümliches kleine braune Flecke dar- 
stellendes, Nachts heftig juckendes Exanthem über den ganzen 
Körper. An dem sehr dunkelrothen weichen Gaumen zeigten 
sich hier und da kleine Excoriationen, ‚an der linken Tonsille 
aber ein kleines flaches Geschwür mit gräulichem Grunde und 
etwas aufgeworfenen Rändern. Konnte es auch auffallen, dass an 
den Geschlechtstheilen sich durchaus nichts Verdächtiges fand, 80 
sprachen doch die einzelnen Erscheinungen sowohl, als auch nament- 
lich ihre Reihenfolge für ein syphilitisches Uebel, wenn auch der 
Kranke hartnäckig läugnete, sich einer Ansteckung durch Beischlaf 
ausgesetzt zu haben. Auffallend war jedoch seine Aeusserung, dass 
er ohne Zweifel von seiner Schwester angesteckt worden Sey, 
welche seit, ungefähr 6 Wochen an einem ähnlichen Uebel, wie 
jetzt das seinige, leide. Auf Nachfrage. ‚ergab sich, dass diese 
Schwester die Hülfe des Prof. Meyn vor ungefähr 4 Wochen in 
Anspruch genommen, und dass dieser das Uebel unbedenklich 
für syphilitisch gehalten und dem gemäss Verordnungen getrof- 
fen habe. Zur Zeit, als sie M. gesehen, hätten sich eine grosse 
Menge Condylomata um den After und an den Schenkeln ge- 
funden. — Da sonach in Einem Hause 2 Subjecte , Bruder und 
Schwester, syphilitisch waren, da.man also entweder annehmen 
musste, dass der Eine durch die Andere angesteckt worden sey, 
was, wollte man nicht ein durchaus widernatürliches Verhältniss 
Zwischen beiden supponiren, auf ungewöhnliche Ansteckungsart 
schliessen liess; oder dass beiden durch andere syphilitische 
Subjecte das Uebel‘ mitgetheilt sey, was wieder zu der Vermu- 
thung führen musste, dass dies Uebel im Dorfe oder der Um- 
gegend schon sehr verbreitet sey,- schien ein Einschreiten von 
Seiten der Medioinal- Polizei nöthig, und der Verf, wurde zur 
Untersuchung beauftragt. Im Hause des La. fanden ‚sich, ihn
	        
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