Full text: (8. Band = 1834, No 9-No 16)

152 11, Pathologie, Therapie und medicinische Klinik. 
von Enteritis machten die Operation, nöthig, zuvor wurden jedoch 
30 Bliutegel an den aufgetriebenen Unterleib gesetzt und eine 
Emulsion von Ol. Ricin, mit Aq. Laurocerasi verordnet, worauf 
zwar Oeffnung, aber nicht Nachlass der Zufälle erfolgte. — Bei 
Eröffnung des Bruchsackes entleerten sich ungefähr zwei Unzen 
gelbliches Blutwasser; die eingeklemmte Darmschlinge war ver- 
dickt und braunroth gefärbt; der vorgefallene Darmtheil ‚wurde 
reponirt, worauf aus der Bauchöhle noch einige Unzen gelblicher 
Flüssigkeit abflossen. Nach beendeter Operation befand sich die 
Kranke wohl; aber Abends verschlimmerte sich ihr Zustand, der 
Unterleib wurde schmerzhaft und tympanitisch; am andern Mor- 
gen war die Kranke eine Leiche. — Aeusserlich fanden sich 
Spuren scrophulösen Leidens, Die Brustdrüsen waren scirrhös. 
Im Unterleibe fand man- eine lipomartige Fettbildung, welche 
zwischen dem Bruchsacke und der verdickten Fascia transver- 
salis sass und zwischen diesen beiden Häuten dürch die Bauch- 
pforte hindurch mit dem Fettzellgewebe‘ der Darmbeingrube in 
Verbindung stand. Dürch diese Lipombildung war die Form des 
Bruches so auffallend verändert worden, dass er im Leben mehr 
einem Crural-, als Inguinalbruche gleich sah. Der Darmkanal 
war nur livid, grünlich braun, stellenweise mehr schiefergrau, 
oder mehr roth gefärbt, überall dick anzufühlen und nirgends 
brandig. Die frühere Eiuschnürungsstelle der eingeklemmt ge- 
wesenen Darmschlinge war 1 — 2 Linien breit engillirt und hin und 
wieder exoorlirt, und mit noch mehr verdickten Darmhäuten 
versehen. Auf diesem livid gefärbten Darmcanale und auf der 
Oberfläche des Mesenteriums sah man eine Menge flacher, 
weisser Erhabenheiten von der Grösse einer Erbse oder Bohne. 
Die Mesenterialdrüsen waren bedeutend geschwollen und von je- 
nen weissen , etwa 4} Linie dicken, flachen Erhabenheiten über- 
zogen. Letztere” sassen in der äussern, zeilgewebigen Oberfläche 
des Peritonäums und lagen also auf dem Darmkanale zwischen 
dem serösen Ueberzuge und der Muskelhant des Darmes. Das 
Netz war ganz gegen den Querdarm heraufgezogen und hier im 
linken Hypochondrium in mehre wallnussgrosse, harte, kleinkör- 
nige Fettknollen zusammengezogen, welche innerlich scirrhöses 
Gewebe zeigten. Der Pylorus war verdickt und verhärtet , die 
Leber auffallend verkleinert und an mehren Stellen narbenähn- 
lich zusammengezogen; der Grund der Gallenblase verdickt und 
undurchsichtig; in den Nieren ein erbsengrosses, weisses Kuöt- 
chen; Eierstöcke und Uterus waren durch Seirrhus in steinharte 
knotige Massen verwandelt, die Ovarien zu gleicher Zeit mit 
Hydatiden versehen. — Die ‚weissen, flachen Erhabenheiten sieht 
Berichterstatter für anfangende scirrhöse Höcker des Bauchfelles 
an. Für die scirrhöse Natur dieser Anschwellungen spricht auch 
der Umstand, ‘dass der Textur nach ähnliche Geschwülste ia 
der äussern Haut der Brust und des Halses "vorhanden waren, 
welche letztere schon längst als Anfänge gcirrhöser Degeneration
	        
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