Full text: (8. Band = 1834, No 9-No 16)

10 M.- Pathologie, Therapie und medicinische Klinik; 
sporadische Typhus scheint, wenn man die sämmtlichen Erkran- 
kungen genau durchgeht, ein Contagium, wie dies wohl gerade 
nicht selten geschicht, entwickelt zu haben, das zwar vorzugs- 
weise,‘ doch nicht allein, solche befiel, die durch Alter dazu 
dieponirt waren und sich dann etwas weiter verbreitete. Dass 
dies geschehen konnte, lag wohl in klimatischer und topischer 
Beschaffenheit des Orts.* "Thuningen liegt nämlich hoch, ist oft 
in Nebel gehüllt, and meist feucht, nass. UVeberdiess war die 
herrschende Constitution die rheumatisch-katarrhalische, aus der 
eich besonders gern der Typhus entwickelt, Dem Typhus vori 
hergingen hier Masern und unmittelbar darauf folgte die In- 
fluenza. — Medieinisch- polizeiliche Maassregeln wurden nicht 
ergriffen, was dem Verf. auch sehr lieb war. Man liess es bei 
den nöthigen Belehrungen bewenden. Strenge: hätte durch Ver- 
mehrung der Angst‘ der Krankheit gewiss in die Hände gearbei- 
tet. Sollen Häusersperren nicht mehr schaden, als nützen, so 
müssen sie: streng durchgeführt werden, was auf den Lande; be 
gonders wenn mehrere Häuser ergriffen sind, seht schwer ‘ist. 
Obgleich aber ‘der Ort jeder Communication offen war, erschien 
doch die Krankheit hirgends anders. Es müssen somit örtliche 
Verhältnisse viel zur Entwickelung und Verbreitung der Krank- 
heit beigetragen haben.‘ [Medic. Correspondenzblatt des württ. 
ärztl. Vereins, 1834, Nr. 9.] (K—e) 
%. Bemerkungen über Tuberkeln im Gehirne; von 
W. MunsocH. ‘ Sowohl die Gestalt der Tuberkein als der Ort 
ihrer Ausbildung sind bei den Kindern und bei den Erwachsenen 
verschieden; so kommen nun auch Tuberkein des Gehirns bei 
Erwachsenen viel seltener vor, als bei Kindern; der Verf., wel- 
cher zwei Jahre lang das Höpital des enfans malades zu Paris 
besuchte, hat öfters sie bei Kindersectionen zu untersuchen Ge- 
Jegenheit gehabt; das Resultat seiner Siudien theilt er in Fol- 
gendem mit. — Anatomische Beschreibung, Man kann 
von den Hirntuberkeln vier Arten unterscheiden: 1. Art. Hirse- 
förmige Tuberkeln (Miliary tubercles); vorzüglich. in 
den Hirnhäuten frequent, welche dann wie durch unzählige. Gra- 
nulationen besprenkelt erscheinen, wohl nie im Parenchym des 
Gehirns, oder auf der der Dıfra mater zugekehrten Fläche der 
Arachmoidea gefunden; gewöhnlich sind andere seröse Membra- 
nen, vorzüglich das Peritonäum und die Pleura gleichfalls tuber- 
culös. 2. Art. Schichtenförmige Tuberkeln (Flaky 
tubercles, Tubereule infiltre par plaques) bestehen in lagen- 
förmig zwischen den Häuten und der Rindensubstanz des Ge- 
hirns abgesetzter Tuberkeimasse; die Schichten. folgen gewöhn- 
lich den Gehirnwindungen, und erstrecken sich häufig längs ‘der 
Fossa Sylvä, Nicht selten ist es schwierig die Tuberkelmasse 
von purulenter Infiltration zu unterscheiden, wenn bei dem Vor- 
kommen der letztern die flüssigen Theile absorbirt worden sind, — 
3. Art. Tuberkein zwischen der Substanz des Ge-
	        
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