Full text: (8. Band = 1834, No 9-No 16)

Il. ‘ Pathologie, Therapie und medicinische Klinik, 141 
gelitten hatte. — III. Fall eines Pemphigus chronicus 
'n ursächlicher Beziehung mit einer profusen Men- 
atruation. Eine Frau in der Mitte der zwanziger Jahre, aus- 
gezeichnet durch zarten Bau, höhern Grad von Nervenreizbarkeit 
und phthisische Anlage, auch zu Blutwallungen sehr neigend und 
mit sehr zartem Teint begabt, litt in der Jugend an keiner he- 
achtungswerthen Krankheit, war auch nach .ikrer Verheirathung 
stets gesund und überstand 2 Wochenbetten sehr gut,. abortirte 
aber bei der dritten Schwangerschaft, Bereits nach der ersten 
Schwangerschaft hatte sie wiederholt einen quälenden, meist 
mehrere Wochen andauernden Blasenausschlag an den Händen 
gehabt. Später erfolgten fast monatlich dergleichen Eruptionen 
und in den letztern Jahren wurden auch andere Theile, beson- 
ders Rücken und Brust, davon befallen. Uebrigens war Pat, bie 
auf von Zeit zu Zeit eintretende kolikartige Beschwerden gesund, 
Die Periode erschien ausser der Zeit ‚der zweiten und dritten 
Schwangerschaft regelmässig, dauerte aber gewöhnlich 8 Tage 
und war. meist mit Krampfbeschwerden, verbunden. In beiden 
Schwangerschaften sah man nichts von Pemphigus. Man wen- 
dete Antimonialia » Piummer’sche Pulver, Zırrmann’sches Decoct, 
Molkencur, Brunnencuren und Bäder an. Von allen diesen Mit- 
teln brachte die Molkencur noch die meiste . Besserung hervor, 
Insofern die Pemphiguseruptionen längere Zeit hindurch ausblie- 
ben. Doch war ihre Wiederholung ohne allen Erfolg und das 
Uebel Sriff immer mehr um sich. Ausbleiben des Pemphigus in 
der Schwangerschaft, häufiges Zusammentreffen desselben mit 
Menstruation, längere Dauer der letzteren und häufige, dieselbe 
begleitende Krampfbeschwerden lenkten auf Zusammenhang des 
Pemphigus mit Vitalitätsverstimmung in der Sexualsphäre und 
insbesondere mit profuser Menstruation und bestimmten, die Be- 
handlung demgemäss einzuleiten. Man sprach also krankhafte 
Reizbarkeit und Atonie des Uterinsystems als Grund jener Ue- 
bel an und wirkte also auf Beseitigung derselben hin. Casto- 
Cem mit Asa foetida. und Exrtr, Chin. und zur Zeit der Men- 
ti mässiger Gebrauch der Säuren führten bald, da die 
are a cruptionen seltener und viel geringer wurden, zu sicht- 
ech Un serun, Endlich wurde fortgesetzter Gebrauch eines 
dass üb en Mineralbrunnens empfohlen, der so günstig wirkte, 
On er ahr und Tag kein Pemphigus zu sehen war... Später 
nt en sich jedoch wieder neue unbedentendere Eruptionen, die 
und in Kerr Menstruation zusammenhingen. Gegen letztere 
auf fürn rankhafte, Reizbarkeit des Uterinsystems wurden hier- 
Nnde dran Zeit Pillen aus 4lum. crud. Castor. und ‚Extr. Chi- 
B. meh acht und dadurch dauernde Heilung herbeigeführt. 
boss N t hierbei noch darauf aufmerksam‘, dass der Pemphigus, 
fehler" an den Händen, im Zusammenhange mit Menstruations- 
> Vorzugsweise mit profuser Menstruation, häufig vor-
	        
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