Full text: (8. Band = 1834, No 9-No 16)

1V. Gynäkologie und Pädiatrik, - 119 
eine mit Linnen bedeckte Veilchenwurzel in den Mund gäbe 
und es damit bis zum Erwachen liegen liesse? Die PzrTit’sche 
und Prarax’sche Zungenbandage möchte wohl zu beschwerlich 
seyn und auch nicht genügen. [Casper’s Wochenschr. f. d. ges. 
Heilk. 1834, No. 8.] + ; (K—e.) 
2. Zwei merkwürdige Fälle von häutiger 
Bräune. 1. Beschreibung eines Falles von häuti- 
ger Bräune bei einem achtjährigen Kinde, der 
durch Aushusten einer sehr beträchtlichen röhren- 
förmigen Pseudomembran sich endigte; beobachtet 
vom Prof. Emrmann zu Strasburg, und mitgetheilt von Fr. C. 
Naeerıe. (Nebst Abbildung der ausgehusteten, röhrenförmigen 
Pseudomembran.) Das in Rede stehende war das Kind des Prof. 
Eunrnann selbst. Es behielt nach einem zweimonatlichen, blauen 
Husten ein leichtes Hüsteln mit wenigem Auswurf, Das Kind 
nahm dabei: zu, bis sich, wahrscheinlich nach erfolgter Erkäl- 
tung, Heiserkeit einstellte, welche bald in völlige Aphonie aus- 
artete. Dieser Zustand, wobei sich das Kind über gar keine 
Schmerzen beklagte, hielt 5 Tage an, wonach es wegen Mattig- 
keit zu‘ Bette gebracht werden musste. ‘Ausser einem rauhen 
Husten keine auffallende Erscheinung. Mit dem Husten ward, 
doch ohne Linderung, etwas zäher Schleim ausgeworfen. Den 
Tag darauf erfolgte Hitze mit schnellem Pulse; die Aphonie wie 
vorher ; in der Kehlgegend kein Schmerz. Ks wurde gine Mixtur 
mit Spirit, salis ammon. anis. und Oxymel. scill., ein erweichender 
Umschlag um den Hals, und Fussbäder verordnet. Gegen die 
Nacht hin vermehrte sich der Husten, bisweilen erfolgten schlei- 
"mge Sputa, man hörte, wie sich die Luft durch die mit Schleim 
angehäufte Arteria aspera durcharbeiten musste. In den Luft- 
wegen kein Schmerz, und trotz Fieberbewegung mit einem Pulse 
von 130 Schlägen verhielt sich die Kranke ziemlich ruhig. So 
blieb der Zustand bis zum 3. Tag, an welchem das Kind durch 
eine letzte Anstrengung viel Schleim und Speichel auswarf, wor- 
unter sich eine, mehr denn 2 Zoll lange, röhrenförmige Pseudo- 
membran befand, welche 'an etlichen Stellen 1 Linie dick war, 
her „Fläche den Abdruck der in der Arteria aspera befind- 
ichen Längenfasern.‘darbot , und einzelne blutgeröthete Puncte 
WEN an welchen sie an der mucosa angesessen haben mochte. 
de auch die Lösung dieser Membran durch leichte Emetica 
st E"nsigt, so wurde sie doch durch den Husten allein ausge- 
Conten Durch ferner dargereichte Brechmittel wurden nur die 
ner Se des Magens ausgebrochen. ' Es folgte nun ein allgemei- 
man N weiss, ‚bei freierm Athmen, ein süsser Schlummer, und 
ng ht die Gefahr vorüber. Doch schon nach einem drei- 
Die Anl Schlafe erfolgte ein neuer. viel‘ heftigerer Hustenanfall. 
Schli Phonie dauerte, ohne Schmerz im Larynx, fort, und das 
Hasler ward beschwerlich, Das Trinken erregte ‚jedesmal 
eu. Es wurden Blutegel: an den Hals gesetzt, und leichte
	        
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