Full text: (7. Band = 1834, No 1-No 8)

1. Materia medica und Toxikologie. 
ständigen Thätigkeit des Organismus ist, und den man durch ein- 
hüllende und ausieerende Mittel oft wohl nur einigermaassen si- 
chern und beschleunigen kann. [Med. Zeit. vom Vereine für 
Heiülk. in Preussen, 1833, Nr. 28.] (K— e.) 
[I]. MATERIA MEDICA und TOoxIKOLOGIE. 
‚68, Bemerkungen über Su/lphas chininae und 
Pulvis alcohol, flor. chamomillae; von Dr. J. N. Eı- 
SELT, Physicus in Policzka. Das genannte Chamillenpulver (nach 
BıscHorFF’s Angabe) rühmt Verf. ausserordentlich gegen einfache, 
gelinde Wechsel-, vorzüglich gegen Tertianfieber3 so auch das 
Chinin gegen hartnäckige, verlarvte, bösartige Wechselfieber. 
Jedoch muss dieses kräftige Heilmittel den 3., %. und 21. Tag 
in kleinerer Gabe wiederholt werden. Hierzu folgende Fälle: 
1) Kin rüstiger, vollblütiger Dreissiger litt an einer ausgebilde- 
ten Milzentzündung, welche dem antiphlogistischen Appa- 
rate wich, An die Stelle dieses Uebels trat den 3. Tag plötz- 
lich eine Herzentzündung, welche einem gleichen Verfahren bald 
wich. Wiederum den 3. Tag stellten sich Symptome einer Hirn- 
entzündung ein, welche mit topischen Blutentziehungen bekämpft 
wurde, Da diese 3 Anfälle regelmässig zwischen 11 bis 12 Uhr 
des Nachts eingetreten waren, so wurden in der fieberfreien Zeit 
24 (stündlich 2) Gran Sulph. chin, gegeben und der Kranke voll- 
kommen geheilt. — 2) Unwirksam blieben. die Antiphlogistica 
gegen, mit entzündlichen Leiden gepaarte, heftige Congestionen 
nach dem Kopfe. Da das Uebel stets den 3. Tag zunahım und 
sich mit Irrereden verband, verscheuchte man alle diese krank- 
haften Erscheinungen mit einem Male durch Chinin. — 3) So 
wirkte dieses Mittel gegen erschöpfendes Erbrechen, welches 
ohne alle Veranlassung täglich um 3 Uhr repetirte, — 4) Seit 
6 Monden wurde ein 12jähriger Knabe bloss des Morgens von 
einem heftigen Brustkrampfe befallen, der nach einer Viertel- 
stunde wieder aufhörte. MNachdem alle mögliche Nervina und 
Narcotica vergeblich angewendet worden, heilte Berichterstatter 
den Kranken augenblicklich durch Chinin, [Med. Jahrb. d, k. k. 
österreich. Staates, Bd, 14, St. 1.] (V—t.) 
69. Heilversuche mit dem rothen Mercur-Prä- 
cipitate; von Dr. J.N. Eıseit, Physicus zu Policzka. Verf. nahm 
(und beobachtete dabei strenge Diät) den ersten Tag Morgens 
und Abends 4 Gran ‚jenes Mittels, stieg den folgenden Tag auf 
+ und allmählich bis zu einem Gran pro dosi, ohne die geringste 
Wirkung wahrzunehmen. Nachdem er Morgens und Abends 2 
Gran genommen, bekam er des Nachts schmerzhafte Kolik mit 
stetem Stuhldrange, Sie wurde immer grässlicher und furcht- 
barer, verbreitete sich durch den ganzen Darm und erzeugte be-
	        
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