Full text: (7. Band = 1834, No 1-No 8)

VI. Psychiatrie, 
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10 und 11 Uhr des andern Tages der Kopf erst in der Scheide 
erschien, wobei der Damm fest. an der Oberlippe anlag. W. un- 
tersuchte, indem er den Kopf mit der rechten Hand unterstützte, 
mit dem Zeigefinger der linken Hand, ob etwa der Nabelstrang 
um den Hals geschlungen sey, was allerdings Statt .fand, und 
zwar doppelt; es ergab sich zugleich aus der Richtung, in wel- 
cher der Strang sich zeigte, dass derselbe wahrscheinlicher Weise 
noch ‚um das Bein sich rolite. Der Herzschlag war schwach, die 
Wehen unkräftig, der Kopf stand. unbeweglich in der angegebe- 
nen Stellung. Da sich. W. erinnerte, ‚dass das Kind noch vor 
der Geburt athmen könne, so suchte er dies zu erleichtern, ins 
dem er den Mund des Kindes von-den weichen Muttertheilen be«* 
freite; sodann ging er mit dem Finger um die Zunge des Kin- 
des, und als er ihn wieder herauszog, fing dies zu schreien an 
Hierin nun beruhigt, gedachte er der Mutter, erregte die We- 
hen durch einige Schlucke warmen Getränke, und das Kind wurde 
geboren. Die Nabelschnur ging; wie gedacht, ums Bein herum: 
Die Folgen der Niederkunft ‘waren in jeder Art günstig. [The 
Americ, Journ, of the medical Sciences, Febr. 1833.) (Fr.) 
VL. PSYCHIATRIE. 
45. Verrücktheit mit Wahnsinn gepaart (paranoea 
ecstatica HETNR.), als Metaschematismus;:v. Torr. An die 
Stelle. einer 15 jährigen -Kolik trat bei einer 69 jährigen Ehefrau 
plötzlich und ohne Ursache anhaltende Unruhe, bei welcher die 
Kranke übrigens gesund tnd sich ihrer bewusst war, aber nach 
4 wöchentlicher Dauer verkehrte Begrifte und Urtheile - äusserte, 
ohne dass eine fixe Idee vorgewaltet hätte. Die sonst sehr re- 
Kgiöse Kranke erwähnte Gottes und der ‚Religion mit keiner Sylbe: 
sie glaubte gen Himmel fahren zu müssen, um dort die hienie- 
den vermisste Ruhe zu finden. Abwechselnd mit diesem para- 
noischen Zustande traten Zeichen von Traumleben, von Wahn- 
sinn in die Erscheinung, indem die Kranke sich in einer Welt 
und vor sich Gegenstände zu sehen wähnte, welche nicht exi- 
stirten. Dabei gerieth sie nicht in Affect, und dieser Wahnsinn 
machte der Parunoe bald wieder Platz. — Der Stuhlgang war 
sparsam, der Athem klein, der Harn trübe, der Schlaf selten, 
Durst und Appetit fehlten ganz,. und die Kranke glaubte, die 
Speise nicht verschlingen zu können. Lentescirend starb‘ sie, 
nachdem sie 11 Monate in dem "geschilderten Zustande verharrt 
hatte, —-: Die Krankheit hatte sich in ihrer Form verwandelt: 
die verjährte Enteralgie ging in Seelenstörung über. . Dieser 
merkwürdige Metaschematismus musste bei dem hohen Alter der 
Kranken auch wohl deshalb bestehen, weil Naturhülfe mittelst
	        
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