Full text: (7. Band = 1834, No 1-No 8)

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. WV. «Gynäkologie und Pädiatrik. 
Lendengegend fand man ein häutiges, dickes, festes- Gewächs 
von der Grösse eines Manneskopfes, lauter Zellen enthaltend, 
deren einige mit Serum, andere mit Eiter, andere mit einer 
Art Sulze, und noch andere mit eiweissähnlicher Materie gefüllt 
waren. Dieses Gewächs stand durch dicke Häute mit einem 
ähnlichen, kindeskopfgrossen in der Bauchhöhle gelegenen in 
Verbindung. Neben und innigst mit diesem verbunden war noch 
ein kleiner, fanstgrosses Gewächs, dessen Substanz eben solche 
Zellen euthielt. Diese zwei, in der Beckenhöhle gelegenen Ge- 
bilde entsprangen vom rechten Kierstocke. Der Uterus, wie 
auch Trompete und Kierstock linker Seits waren normal, [Med, 
Jakrb. d, k. k. österreich. Staates, Bd. 14, St. 1.) (V—-t.) 
40. Tödtliche Umschlingung der Gedärme in 
Folge eines Hydrops ovarii beobachtete Dr. WEIGLEIN 
im Wiener allgemeinen Krankenhause an einer 46jährigen Frau, 
welche seit 2 Jahren ihr Monatliches verloren, zuvor 4 Mal, das 
letzte Kind vor 16 Jahren geboren hatte und vor 6 Jahren Wittwe 
geworden war. Seit der Cessatio catameniorum bemerkte ‘die 
Frau ein langsames Anschwellen ihres Unterleibes und klagte 
öfters über Ziehen im Kreuze. Dabei konnte sie jedoch ihrer 
schweren Arbeit vorstehen. Vor einem Jahre fühlte sie heim 
Heben einer schweren Last plötzlichveinen stechenden Schmerz 
in der rechten Inguinalgegend, der sich nicht ganz wieder ver- 
lor. Zu den frühern Beschwerden gesellten sich von nun an 
häufiges Einschlafen der Füsse, heftige Koliken und galliges, 
schmerzhaftes Erbrechen. Auffallend war dabei ihre erhöhte 
Fsslust, welche manche Recidive veranlasste. So war.sie von 
einer heftigen Kolik geheilt aus dem Krankenhause kaum entlas- 
sen, als sie am 13. Januar gegen einen, durch unmässigen Ge- 
nuss von Kalbsfleisch sich zugezogenen neuen Anfall abermals 
Hülfe‘ suchte. Sie war bei Bewusstseyn, ihre Mienen und Be- 
wegungen drückten jedoch namenlose Angst und Unruhe aus. 
Der Unterleib war aufgetrieben, die Nabelgegend beim Drucke 
empfindlich; sie erbrach unter heftigem Würgen grünspanfarbige 
Galle; kurz alle Umstände liessen eine Entartung des Ovariums 
und überhaupt etwas Organisches vermuthen,; obschon eine si- 
chere Diagnose nicht gegeben werden konnte. ı Nicht weniger 
schwierig war die Behandlung, da der hohe Grad wahrer 
Schwäche den Blutentziehungen, das entzündliche Leiden der 
Gedärme aber den Reizmitteln entgegen war. Man gab daher 
Mirtur. gummosae 3vj, jede halbe Stunde einen Esslöffel voll, 
und erweichende Umschläge auf den Leib. Abends war Ruhe 
eingetreten, das Erbrehen hatte aufgehört, die Schmerzen hat- 
ten nachgelaasen; allein später ging das Uebel in Brand über, 
gegen den stündlich ein halber Gran Kamphor vergebens gege- 
hen wurde. — Die Mitte des Sichelfortsatzes war mit zahlrei- 
chen Knochennadeln besetzt; am vordern Rande der Varolsbrücke 
war‘ ein mehrfächeriger Balg, welcher Gallerte enthielt. Die
	        
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