Full text: (7. Band = 1834, No 1-No 8)

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IV.‘ Chirurgie und Ophihalmologie 
quer durch abnahın. Das angeschnittene, noch hängende, Ende 
wurde über den Sphineter in die Höhe geschoben. Am näch- 
sten Tage war das Ende des Darmes wieder vorgefallen und eine 
sehr starke Blutung eingetreten; allein man brachte ihn leicht 
zurück und stillte die Blutung durch kalte Umschläge, worauf 
kein neuer Vorfall sich bildete. Im Darmcanale trat nun mehrere 
Tage lang eine heftige Reizung ein, welche jedoch warmen Bä- 
dern, Fomentationen, sparsamer Diät und Abführungen wich. In 
10 Tagen war das Kind geheilt und das Uebel ist noch. nicht 
wieder erschienen. —. H. empfiehlt in ähnlichen Fällen dieselbe 
Methode, nur möge man einige Tage vor der Operation mit spar- 
samer Diät anfangen und einige Stunden vorher den Darmcanal 
durch ein abführendes Salz reinigen. Sie dürfte*vorzüglich in 
denjenigen Fällen zu empfehlen seyn, wo der Vorfall verhärtet 
nnd überhaupt schwer zu reduciren ist. [The Americ. Journ, of 
‘he medic. Sciences, Febr, 1883.] (Fr.) 
87. Mastdarm - Bruch; mitgetheilt vom Ober - Medieinal- 
rath Dr. Brunn in Köthen. Ein 20 Wochen altes atrophisches 
Kind hatte schon einigemal Mastdarmvorfall gehabt. Beim Schreien, 
und nachdem längere Zeit Diarrhöe zugegen gewesen, trat jetzt 
wieder der Mastdarm vor, und es drängte sich bald ein langes 
Stück, in Form einer kleinen Bratwurst, ähnlich einer Darm- 
schlinge, deren grosser Bogen nach unten gerichtet war, her- 
aus. Alle Versuche zur Reposition waren vergebens gewesen. 
B. sah das Kind nach 10 Stunden, es war dem Tode nahe, und 
der vorgefallene Darm prall angefüllt, blauroth und dem An- 
scheine nach ohne Empfindung. Bald nachher starb es. — Der 
vorgefallene Darm war auch bei der Section nicht zurückzubrin- 
gen. Der Länge nach aufgeschnitten drangen mehrere Schlin- 
gen des Ilei hervor. Nach Eröffnung der Bauchhöhle ergab sich; 
dass der grösste Theil des IHlei bis zum Colon: hinter der Blase 
und dem Uterus linker Seits ine Becken gesunken, im umge- 
stülpten und vorgefallenen Mastdarm so eingeklemmt lag, dass 
er nicht ohne Anstrengung in den Bauch zurückgezogen werden 
konnte. Die rechte Seitenwand des Mastdarms war . besonders 
stark beutelförmig ausgedehnt und bildete den Bruchsack. Die 
Einklemmung war durch den Sphincter ani,. und noch mehr durch 
die Levatores intestini recti bewirkt. Eingeklemmter Dünndarm 
und umgestülpter Mastdarm waren stark entzündet, die Därme 
leer, theilweise krampfhaft zusammengezogen, und ausser einem 
ziemlich ‚grossen Nabelbruche sah man nichts Bemerkenswerthes. 
[ Casper’s Wochenschrift für die gesammte Heilkunde, 1833, 
Nr. 40.] (K—e.)
	        
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