Full text: (7. Band = 1834, No 1-No 8)

L-- Pathologie, ‚Therapie und medicinische Klinik, 471 
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WO alles verloren zu seyn scheint, die grosse Cur noch «hülfreich 
seyn könne, 1) Ein 22jähriger Jüngling hatte, nachdem er bis 
ZU seinem 11. Jahre wohl gewesen war, an verschiedenen Thei- 
len seines Körpers Flechten bekommen, welche 11 Jahre lang 
aller Hülfe. widerstanden, an ‚Zahl und Grösse zunahmen und sich 
mit Geschwüren und Beinfrass.. verbanden. . Der Beinfrass; hatte 
sich, als Berichterstatter den Pat. in die Behandlung nalımy über 
den grössern Theil der Stirn. und des Vorderkopfes erstreckt, 
die Nasenknochen zerstört, den harten Gaumen und das Zäpf- 
chen ganz verzehrt, die Tonsillen in Vereiterung versetzt. Das 
Brusibein, der rechte Oberarm-, die linken Ober- und. Vorder- 
armknochen.. waren fast ganz von ‚Caries ergriffen, . die.. beiden 
Kniee sehr aufgetrieben, und der. ganze rechte Schienbeiukno- 
chen cariös. ‚Flechten und Geschwüre bedeckten den Körper an 
verschiedenen Stellen; die untern Extremitäten waren im. hohen 
Grade ödematös;, in der Bauch- und ‚Brusthöhle Wasser; der 
Appetit fehlte, der Durst war sehr gross, ; die Nächte sehlaflos, 
der Puls kaum zählbar, klein und hart. — ; Da der syphilitische 
Ursprung der Leiden nicht zu verkennen und die Wassersucht 
erst Folge der Lues war, ‚89 wurde die Inunctionscur angeord- 
net und innerlich Digitalis und Bardana gegeben.: : Diea geschah 
den 20. Juli, und schon. Ende dieses Monats war. die. Wasser- 
sucht verschwunden; den.7. Aug. alle Geschwüre und. cariösen 
Stellen geheilt, und den 15. Aug. Pat. vollkommen hergestellt, — 
2) Eine 30jährige Weibsperson, welche seit 9. Jahren ‚8yphili- 
tisch war, hatte unter ‚mancherlei Mitteln auch die Dzonprsche 
Sublimateur zweimal ‚gebraucht. , Sie verbreitete ‚um sich eine 
aashafte Atmosphäre, ; speichelte stark, war über ein Dritttheil 
Ahres Körpers mit Geschwüren und Beinfrase bedeckt,. sehr. ab- 
gezehrt, fast steif in ‚allen Gelenken und wurde. durch einen 
‚wässerigen Durchfall. täglich. mehr entkräftet. — Es. wurden 8 
‚Vorbereitungsbäder genommen, innerlich ein Baldrianaufguss mit 
Opium gebraucht „zur Nahrung Fleischbrühe und Gerstenschleim, 
zum Getränk. Salepdecoct verordnet, die Geschwüre mit warmem 
Wasser gereinigt und mit gemeiner Salbe verbunden, und am 15,, 
20. und 24. April Einreibungen, jede-zu einem Quentchen ge- 
macht. Die Geschwüre hatten sich auffallend gebessert,. viele 
waren geheilt, aber nun trat ein ‚heftiger Speichelfluss. und ein 
‚kaum zu stillender Durchfall ein. Valeriana, Arnica » Gummi- 
schleim mit Opium u. s, w,. halfen der Kranken wieder auf die 
Füsse. Sie brauchte den 8. Mai noch eine. Abendeinreibung, 
badete am 9. und ging am 14. nach Hause, Alle Geschwüre 
Yüren verheilt bis. auf zwei Stellen, wo sich, nämlich in’ der 
Mitte des Stirnbeins und des rechten Seitenwandbeins, der Kno- 
chen abzublättern schien. Allein im August vergrösserten sich 
die Geschwüre. am Kopfe; mehrere Narben, so wie die Ellen- 
hogen - und Kniegelenke brachen auf, Nach zehn genommenen 
Bädern wurde die grosse Cur zum andern Male gebraucht. Dies
	        
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