Full text: (7. Band = 1834, No 1-No 8)

L Pathologie, Therapie und medieinische Klinik.‘ 467 
Verschwärung überging. Der Kranke gebrauchte nun Kalomel in 
ET08sen Dosen mit interponirten Laxanzen, 89 wie später Subli- 
Mat nach Dzowsr bis zu 40 Pillen, doch alles ohne Erfolg. We- 
gen heftigen Ptyalismus museten nun alle innern: Mittel ausge- 
Seizt werden. Der Kranke trank mehrere Wochen Sassaparille- 
Decoct und nebenbei wurden Sublimatbäder - angewendet... Jetzt 
heilten die Geschwüre, einzelne Pusteln aber auf dem behaarten 
Theile des Kopfs und im Nacken; so wie im Gesichte entstan- 
den, verschwanden und entstanden wieder, um zu vergehen. Da 
sich der Kranke sehr vor Quecksilber fürchtete, liess A. Schwe- 
felbäder nehmen; bald aber traten Ausschlag und Halsgeschwüre 
wieder auf. Unter diesen Umständen wurde der‘ rothe  Präcipi- 
lat steigend verordnet. Nach ungefähr 12 Gr. dieses Mittels wa- 
ren fast alle Symptome verschwunden. Pat. machte: nun eine 
Reise, schrieb "aber schon nach 4 Wochen wegen’ eines Rück- 
falls. Alle frühern Symptome waren, wenn auch nicht so aus« 
gebreitet, wiedergekehrt. Er gebrauchte nun das Dec. Zırr- 
MANNI, doch wegen ungünstiger Aussenverhältnisse unregelmäg« 
sig. Anscheinend hergestellt sah ihn A. nach einenr Vierteljahre 
wieder. Bald darauf kam er wieder in seine Behandlung. Er 
klagte über ‘Halsschmerz , doch_bot sich nichts Objectives dar, 
so wie über reissende, bohrende Schmerzen in den untern Ex- 
tremitäten, namentlich in den Öberschenkeln, auch zeigten sich 
hin‘ und wieder die alten Flecken mit kleienartiger Abschuppung. 
Der Kranke drang auf Inunetionscur; da aber kein ächt syphili- 
Uisches Leiden mehr aufzufinden war, zog der Verf. Salzsäure 
innerlich und salpetersalzanure Bäder vor. Nach’'4 Wochen wär 
der Kranke gesund , 'aller Schmerz geschwunden, und er hat jetzt, 
nach. Monaten, noch keinen Rückfall gehabt. — Ohne sich in 
ein weitläufiges Raisonnement über diesen Fall einzulassen, be- 
merkt A. nur, dass er leicht einen Beleg zur nahen Verwandt- 
Schaft des Trippergiftes mit dem ächtsyphilitischem geben dürfte, 
dass‘ wahrscheinlich zwischen beiden nur Gradverschiedenheit 
Statt findet, dass der ausfliessende, scharfe, ätzende Schleim 
wohl ein Geschwür erzengen könne, das sich vom ächten Chan- 
ker vielleicht bloss durch vorherrschende Tendenz, sich nach der 
Fläche auszubreiten, unterscheidet , welches Symptom man auch 
in den meisten secundären Erscheinungen findet. Wo aber Grad- 
verschiedenheit- vorkommt, lässt sich nie die Gränze zwischer 
den einzelnen Krankheitsgruppen genau ziehen, und es sind dem 
Verf. eben 80 gut Fälle vorgekommen, wo die Tripperlues sich 
durch Knochenauftreibungen aussprach, wo sie sich durch Siech- 
thum bei noch bestehenden sehr ausgebreiteten syphilitischen 
Symptomen charakterisirte als solche, und das sind die häufigern, 
wo‘ Condylome , Hautflecke mit kleienartigen Abschuppungen, 
Oberflächliche Halsgeschwüre und Rheumatismus zu beobachten 
Waren, A, könnte noch mehrere eine Tripperlues nach - Absor- 
Pfion, des Trippergifte beweisende Fälle mittheilen , Ai weniger
	        
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