Full text: (7. Band = 1834, No 1-No 8)

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I. :' Chirurgie und Ophthalmologie. 
und übelriechende, flockige, dünne Jauche entleerten. ‘Das Ge- 
schwür zeigte deutlich hirnartige Erweichung der ganzen Masse; 
es drang bald in die Tiefe, brach auch in die Harnröhre durch, 
und nun entleerte sich Urin durch die äusseren Oeffnungen. Et- 
was später verwuchs nun auch der angeschwollene und verhärtete, 
doch nicht eben sehr vergrösserte rechte Hode mit dem Hoden- 
sacke, dieser entzündete sich, und auch hier zeigten sich nuP 
erweichte flaüctuirende Stellen, die endlich aufbrachen und ähr“ 
liche, bisweilen blutige, flockige, übelriechende Jauche ‚entleer“ 
ten, wobei das Geschwür ‚etwas weiter um sich griff und hirf“ 
srtige Masse deutlich hervorwucherte. Häufiges Auflegen unge 
salzener frischer Butter brachte unter allen Mitteln noch die me 
ste Linderung. So lebte der Kranke bis zum August; wo die 
Entkräftung die höchste war und endlich. durch dieselbe der Tod 
erfolgte. Bei der Section erschien der rechte Hode ganz deg® 
nerirt, von den Samengefässen, die jedoch nicht bei der Eite“ 
rung abgegangen waren, fand sich kaum eine Spur, und die scir“ 
rhöse Härte desselben war an mehreren Stellen mit schwamm“ 
artiger, hirnähnlicher, an der Oberfläche hervorragender Mass® 
vermischt, den grössten Theil dieser Substanz enthielt die mit 
dem äussern‘ Geschwüre in Verbindung ‚stehende Hülle. Der 
Samenstrang war tief in die Unterleibshöhle hinein verhärtel, 
der Hode: der andern Seite verkünmmert. Die ’aufgebrochene? 
Stellen am Penis zeigten dieselbe Beschaffenheit wie der Hode: 
hur war die Erweichung viel bedeutender. Die Tuberkelin 2” 
der Eichel ‚verhielten sich eben so. In den Unterleibsorgane? 
war nichts Abnormes zu sehen, in den Lungen aber stiess ma? 
auf ähnliche, mit: fungöser Masse ‘gefüllte Tuberkein. [Pfaff 
Mitth. a.‘ d. Geb. d. Med., Chir. u; Pharm. , II Jahrg., 3. © 
4. Heft.) (K— e.) 
. 2%. Bemerkung in BEtreff der Steinzangen; vol 
Dr. DiertaicH in Plochingen.‘ Auffallend ist es, dass SteinzaP“ 
gen: mit ‘sich kreuzenden Griffen, die schon Frire Cöme gC 
brauchte und LEewkowicz verbesserte und beschrieb, noch so we 
nig angewendet werden, da sie doch bei hoch oben liegende? 
und bei grossen Blasensteinen den entschiedenen Vortheil‘ g” 
währen, dass Wundcanal und Ränder der äusseren Wunde nich! 
gezerrt und gequetscht werden, wie bei gewöhnlichen Zangen i® 
diesen Fällen geschieht, weil, wenn diese geöffnet werden, der 
Abstand von einem Zangenarme zum andern gegen die Griffe sich 
bedeutend vergrössert, daher die Wunde um so mehr ausgedehnt 
werden wird, je höher die Zange heranfgeschoben werden mus® 
oder je grösser der‘ Körper ist, der damit gefasst werden soll. 
Die Arme der Lewxowtez’schen Zange nähern sich dugegen 817 
fangs ’einander beim Oeffnen der Löffel und selbst dann, wen? 
ein Körper von 2 Zoll Durchmesser 'mit diesen gefasst ist, er” 
fordern jene ganz nahe an den Griffen nur 12 Linien Raum. — 
Wird diese Einrichtung auf die sogenanute Kornzange übertragel"
	        
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