Full text: (7. Band = 1834, No 1-No 8)

WE - Chirurgie und Ophthalmologie.‘ 5 
am untern‘ Ende‘ aber war derselbe an einem zweiten runden 
Körper Mmittelst einiger knorpelartiger handbreiter und fingerdi- 
cker Ligamente befestigt. Nach Durchschneidung derselben er- 
gab es sich, dass er 14 Fuss‘ lang, 1 Fuss dick und 14 Fuss 
breit, mit ganz weisser Haut umgeben; hier und da mit grossen, 
ein gelbliches Wasser ‘ enthaltenden Hydatiden besetzt, hart an- 
Zufühlen ‚und nur an einigen Stellen weicher war. Wo er hin- 
ten an die Därme stiess, war er blauschwarz, wie die Einge- 
Weide und wog 16 Pfund M. G. Zerschnitten bot er eine ein- 
zige Speckmasse, die hier und da etwas sarkomatös war, Von 
Blut fand sich keine Spur, wohl aber drangen aus einigen Höh- 
len, die er enthielt, einige Theetassen voll helten Wassers. Der 
Körper im kleinem Becken löste sich leicht von- allen angränzen- 
den 'Theilen ohne Messer ab, ragte tief ins Becken, hatte Urin- 
hlase, Uterus und Mastdarm ganz aus ihrer Lage verdrängt, war 
durch fleischige knorpelartige Bänder nach oben mit dem grossen 
Steatom verwachsen, und nach unten entstand er ebenfalls durch 
ein 4 Zoll breites und 4 Zoll dickes, mit weisser dünner Mem- 
bran überzogenes Ligament in der Gegend des Schoossbogens aus 
dem Peritonäum. Die dünne Membran konnte als Fortsetzung 
der Bauchhaut betrachtet werden und hing mit dem obern Stea- 
tom durch die ligamentösen Verbreitungen zusammen. Aus der 
Beckenhöhle genommen, betrug Länge, Breite und Dicke 4 Fuss 
und das Gewicht 54 Pfund M. G. Die Gestalt war etwas rau- 
tenförmig, mit sehr abgerundeten Ecken; nur der untere, ins 
Becken ragende Theil war fast ganz rund und durch eine Kreuz- 
füurche in 4 Theile getheilt, was bei der- Untersuchung durch 
die Wandung der Scheide Aehnlichkeit mit Nähten und Fonta- 
Nellen herbeigeführt hatte. Durchschnitten zeigte er reine Speck- 
Masse @hne fleischige Fasern und ohne‘ Wasser enthaltende Zel- 
len.‘ Leber und Milz waren natürlich. Die Gallenblase war sehr 
ausgedehnt, beinahe knorpelartig, fast 4 Finger dick und ent- 
hielt über 100 Steine von der Grösse einer Erbse bis zu der 
einer halben welschen Nuss. Die Magenhäute waren zwei Mal 
80 dick, als gewöhnlich, besonders dick und verhärtet aber an 
der‘ Cardia. Die Nieren waren sehr Klein, atrophisch. Auch 
der Uterus war ausserordentlich klein, ganz’ speckartig, nur war 
die Masse dichter, als die der Steatome. Die Fallopischen Trom- 
peten waren in.ihren Anfängen vom Uterus aus ebenfalls speck- 
artig‘ degenerirt, in ihren Fortsetzungen aber, wie die Ovarien, 
normal. Die dünnen und dicken Därme sahen blauschwarz und 
Waren in einen einzigen eine und’ eine halbe Faust grossen Knäuel 
usammengedrängt, mürbe und überall unter sich verwachsen. — 
Wahrscheinlich hatte sich das untere Steatom zuerst ausgebil- 
det, war Schon "lange dagewesen und hatte ‘durch Druck auf den 
Uterus zu den Anomalieen in der Menstruation in den letzten 
Jahren mit beigetragen. Ob die steatomatöse Entartung des Ute- 
"US vor oder nach Eutwickeluug des Steatoms ‚entstand, lässt
	        
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