Full text: (7. Band = 1834, No 1-No 8)

422 Il. Chirurgie und Ophthalmologie, 
gestellt, dass er olıne Hülfe etwa 2 Stunden im Freien umher- 
gehen und auch den linken Arm etwas gebrauchen konnte. Spä- 
ter gebrauchte er die Elektricität, doch ohne auffallenden Er“ 
folg, auch wurde eine Moxa in den Nacken gesetzt und die Stelle 
lange in Eiterung erhalten. Eben so wurden, als sich Conge- 
stionen einstellten, wiederholt blutige Schröpfköpfe gesetzt und 
Spanisch - Fliegenpflaster längs-der Wirbelsäule in langen Strei- 
fen gelegt, auch Strychnin endermatisch angewendet und wie 
früher Krtr. nue. vomie. in steigenden Dosen gegeben, da: er 
das Strychnin innerlich nicht gut vertrug. . Hiernach hat sich, 
doch sehr langsam, die Lähmung gebessert, aber leicht und ener- 
gisch gehen .die Bewegungen noch nicht vor sich, und gegen 
Kälte zeigt er sich noch sehr empfindlich. Sonst erfreut er sich 
guter Gesundheit und. verrichtet leichte Arbeiten. [Pfaff’s Mit- 
Theil. aus d. Gebiete: der Medic., Chir. u. Pharm., II. Jahrg. 
3. u. 4. Heft.] ; (K— e.) 
271. Eine Balggeschwulst, 21} Pfund schwer; 
in dem Unterleibe einer Frau; von Dr. Momsert zu Wan- 
fried. Am 24. October 1825 kam ein Ackersmann zu M., um 
ihn über die Krankheit seiner Frau zu befragen. Seine Mitthei- 
lungen gingen auf Folgendes hinaus: Patientin sey 434 Jahre, 
stark, von Jugend auf gesund, Mutter von 6 noch lebenden Kin- 
dern, von denen das jüngste 6 Jahre zähle. ‚Die Periode: sey 
steta regelmässig gewesen, nur vor 3 Jahren wäre sie einmal 
ohne bekannte Ursache ausgeblieben, worauf‘ sie mannigfache 
Brustbeschwerden empfunden. Nach einigen Monaten aber hätte 
sich starker Mutterbiutsturz mit lange dauernden fixen Schmer- 
zen tief im Unterleibe eingestellt, besonders sey viel geronnenes 
Blut abgegangen und völliges Wohlseyn zurückgekehrt, auch hät- 
ten die Schmerzen sich nach und nach verloren, doch wäre seit- 
dem die Periode steta sparsamer geworden, obgleich sie ziem- 
lich regelmässig erschienen. Das jetzige Uebel schreibe sich von 
einigen Monaten her. Vor 14 Tagen hätte die Periode erschei- 
nen sollen, was aber richt geschehen, weswegen sie jetzt hef- 
tige, stechende reissende, Schmerzen im Unterleibe habe; Die- 
ser sey geschwollen und bis zur Herzgrube sehr hart und ge- 
spannt. Das Athmen sey beschwerlich und die Kranke müsse 
stets im Bette sitzen; die Füsse wären bis über die Knie stark 
geschwollen, die Geschwulst sey weiss und hinterlasse beim Fin- 
gerdrucke eine Grube, der Urin sey sparsam, trübe, dicklich, 
Abends finde sich Hitze, dabei tödtliche Schwäche, steter Durst, 
Appetitlosigkeit, harter Stuhl u, s. w.. In frühern Schwanger- 
schaften sey die Gesundheit die beste gewesen, ausser dass der 
Uterus in den ersten Monaten stets vorgefallen,- was auch jetzt 
wieder geschehen sey. Als Ursachen wurden Erkältung, die vor 
mehreren Monaten Statt gefunden, und ein Fall auf den Unter- 
leib um ‚dieselbe Zeit angegeben. So räthselhaft dem Verf. auch 
Manches, besonders in Bezug auf die erste Entstehung des Ue-
	        
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