Full text: (7. Band = 1834, No 1-No 8)

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m. Chirurgie und Ophthalmologie, 
Il. CHmurgiın und OPHTHALMOLOGIE.‘ 
268. Beobachtungen von Verletzungen durch 
Blitz; vom O. A. A. Dr. KexLer in Vaihingen a. d. E. Am 
16. Juni 1832, Mittags zwischen 12 und 1 Uhr, schlug der Blitz 
in eine von 13 Personen angefüllte Feldhütte , tödtete einen B 
jährigen Greis auf ‚der Stelle, verletzte 4 Personen mehr oder 
weniger schwer und die übrigen S nur ganz leicht. Die Erschel” 
nungen bei den schwer Verletzten lassen sich im Allgemeinel 
in Folgendem zusammenfassen: ausserordentliche Aengstlichkeib 
kalte Extremitäten sehr langsamer Puls, 50 bis 60 Schläge pP 
der Minute, ausserordentliches Brennen in den verletzten Haut 
gtellen, heftige Schmerzen in den Armen und Schüttelfrost. Bo 
Allen war 'ein eigenthümlicher brenzlicher Geruch wahrnehmbar 
etwa wie bei starker Reibung ‘von Eisen auf Stein, dabei lies® 
sich ein ‘schweflichter Geruch nicht verkennen.‘ Die noch im 
Knabenalter befindlichen ‘schwer und leicht Verletzten klagten 
gämmtlich über bedeutenden Schmerz in der Oberbauchgegend 
dem Sitz des Pler, ‘solar. entsprechend, besonders bei Druck 
auf dieselbe. Die Pupillen waren nur bei einer 40jährigen Magd 
erweitert, wo sich auch allein Erscheinungen von Hirnerschütte‘ 
rung. zeigten, namentlich periodische Bewusstlosigkeit, worauf 
nach einigen Stunden heftiges Erbrechen eintrat, dem später ein 
2 Tage anhaltender, wässerichter Durchfall folgte, wobei die 
Hirnaffectionen schwanden, und bloss noch einige-Tage schmerz“ 
haftes Reissen in’den Füssen zurückblieb. — Die leicht Ver“ 
Jetzten. waren Tags darauf wieder auf den Beinen, fühlten sich 
jedoch alle sehr mait und klagten über Myrmecismus in den ur“ 
tern Extremitäten, einzelne auch über Brennen in den noch sicht“ 
bar gerötheten vom’ Blitz getroffenen Hautstellen, die sich‘ vor 
züglich längs dem Lauf der Nerven erstreckten und einem stark 
injicirten Blutgefäss nicht unähnlich waren. Die 4 schwer Ver 
Jetzten, eine Frau von 51, ein Mann von 41, eine‘ Magd vol 
ungefähr 43, und ein Knabe von 13 Jahren hatten am anderB 
Tage mehr oder minder starkes Gefässfieber, der Puls war hart, 
voll, doch noch ungewöhnlich langsam, das Gesicht roth, der 
Durst vermehrt, bei reiner Zunge mangelte der Appetit und alle, 
ausser der Magd, hatten Verstopfung. Der Schmerz in den ver“ 
letzten Hautstellen war‘ immer noch sehr‘ heftig brennend. ‘Bei 
dem 4! jährigen Manne waren die Schmerzen an Armen und Fer- 
sen am heftigsten, erstere erschienen halbgelähmt, und es zeig“ 
ten sich an den‘ Extremitäten häufig immer mit Schmerz verbun 
dene Zuckungen. — Die Wunden sahen ganz wie Brandwunden 
aus; an einzelnen Stellen war bloss die Epidermis, an’ ander? 
das Corium verletzt.‘ Nach wenigen Tagen trat starke Eiterung 
ein, die lange anhielt und ‘bei der Sljährigen Frau erst nach 7 
Jahre völlig vernarbte. Auch die Narben sahen wie Brandnar- 
ben. Der getödtete Greis wurde auf den Wirbel getroffen, vo»
	        
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