Full text: (7. Band = 1834, No 1-No 8)

Il, Materia medica und Töxikologie., .. 415 
schen befand sie sich wohl, ausser einem leichten Kopfschmerz 
und einigen Zeichen von Sordes der ersten Wege. Der Verf. 
verordnete daher zuerst‘ ein Brechmittel und zwar mit überra- 
Schendem Erfolge. Nach starker Entleerung‘ scharfer, bitterer, 
klumpiger Massen verfiel die Kranke in einen heftigen Schweiss, 
der -durch schweisstreibende Mittel noch: verstärkt wurde,‘ wors 
af an diesem Tage die epileptischen Anfälle wegblieben, Am 
andern‘ Tage zeigten sich an vielen Stellen rothe, etwas erha- 
bene, heftig juckende und brennende Flecke. Die Kranke kratzte 
Stark , und bald zeigte es sich, dass die Flechten im alten Zu- 
Stande ‚wieder da waren. Den Sublimatbädern damals noch we- 
hig vertrauend,' versuchte S, rein empirisch, da eine eigene, die 
Flechten vielleicht - unterhaltende Ursache nicht aufzufinden war, 
eine Menge Mittel, doch‘ mit sehr geringem Nutzen, Endlich 
Wurde auch das ZırrmAnn’sche Decoct gegeben, und da dies nichts 
half, die vollständige Hunger - und Schmiercur angewendet. Nach 
Beendigung derselben: schien das Uebel geschwunden, vier Mo- 
nate nachher stand aber alles auf demselben Punkte wie früher. 
Nun bestimmte sich S.- für Sublimatbäder, Es: wurden regel- 
mässig, einen Tag um den andern, 30 Stück, von 3j bis 3vj 
mit gleichen Theilen Salmiak gebraucht. Während der Periode 
blieben die Bäder weg. Die Flechten schwanden allmählich und 
mit dem 2% Bade war der ganze Körper davon frei.‘ ‚Jetzt, 14 
Jahr nachher, befindet sich die Dame ganz wohl und von Rück- 
kehr der Flechten hat sich noch nichts gezeigt. —- H, Ein 21jäh- 
riges Mädchen bekam im 15. Jahre, da sich bei ihr zuerst die 
Monatliche Reinigung zeigte, kleienartige Flechten im ganzen: Ge- 
Sichte, Früher hatte sie nur die gewöhnlichen Kinderkrankheiten, 
Nie aber eine chronische Hautkrankheit gehabt. Da das Uebel 
damals nicht schmerzhaft war, und man hoffte, dass es sich von 
Selbst verlieren würde, wurde nur wenig gethan. Vor 1 Jahre 
kam die Periode in Unordnung und wurde sehr schmerzhaft, wo- 
bei sich die Flechten ungemein vermehrten. Früher schmerzlos, 
brachten sie jetzt höchst lästiges Jucken und Brennen zu Wege 
und breiteten sich täglich mehr aus, so dass binnen kurzer Zeit 
fast der halbe Körper davon eingenommen war. Der Arzt brachte 
binnen Kurzem? die Anomalie der Periode wieder in Ordnung, 
doch blieb dessen ungeachtet alles wie früher. Nun wurden Mer- 
Curialia ,‘ Antimonialia Säuren u. a. m. gebraucht, Das Uebel 
wurde geringer, vom‘ Gesichte. aber. wollten „die Flechten nicht 
weichen. Durch Erkältung trat jetzt chröhische Diarrhöe ein, 
die endlich bedeutende Abmagerung- und’ Schwäche herbeiführte, 
In diesem Zustande wurde S. befragt. Ein einziges Dampfbad 
hob den Durchfalt, die Flechten breiteten sich indess wieder all- 
Mmählich' ans. Durch Erfahrung nun schon vom Nutzen ‘ der. Su- 
blimatbäder belehrt, verordnete S. dieselben. Der Erfolg war auch 
hier glänzend: die Flechten heilten, und jetzt, nach einem Jahre,
	        
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