Full text: (7. Band = 1834, No 1-No 8)

1. Materia medica und Toxikologie. 413 
Pharm. Boruss.,- und Hess von der Macennie’schen Mischung 
(gr, Jij in 3j Spir. vin. rectif.) Morgens und Abends anfangs 
20 Tropfen nehmen und damit,: indem einen Tag um der andern 
Jedes Mal ein Tropfen mehr genommen wurde, bis 30 steigen. 
Schon am 3. Tage der Anwendung dieses Mittels : zeigte sich‘ in 
den gelähmten Gliedmaassen einige Empfindung und Beweglich- 
Keit und nach 8 Tagen war fast jede Spur von Paralyse gewi- 
chen, : Noch war das Mittel nicht ganz verbraucht, als sich Pat: 
Völlig bewegen und deutlich sprechen konnte. . Seit länger denn 
5 Jahren ist der Geheilte nun ‘schon gesund geblieben. : Erschüt- 
terungen oder Zuckungen in den gelähmten Theilen während des 
Gebrauchs des Mittels, wie sie SUnpeLTN beobachtet haben will, 
hat übrigens derselbe eben so wenig empfunden, wie zwei ans 
dere Kranke, die das in Rede stehende Mittel erhielten. [Allg. 
Mmedic. Zeit. 1831, Nr. 4.] ‘ (K—e.) ; 
263. Das ZırrmAnn’sche Decoct; in Verbindung 
mit der StruvEe’schen Entzichungscur, bei einem 
rebellischen, degenerirten, metamorphosirten, 8y- 
philitischen Ausschlage mit Vortiheil angewendet; 
von Dr, Torr in Ribnitz. „Eine Dame hatte zeit 9 Jahren‘ über 
einen das Gesicht einnehmenden furunculösen,: wenig schmerz- 
haften Ausschlag vielen Kummer erlitten, weil sich über den 
Ursprung desselben mancherlei nachtheilige Gerüchte verbreitet 
hatten. Antimonialien , Mercurialien , Sulphuralien; blutreinigende 
Kränteraufgüsse und Abkochungen,‘ so wie ‘warıne Bäder waren 
von Andern und ‘vom Verf. erfolglos‘ angewendet worden, als 
Letzterer von der Kranken erfuhr, dass sie früher ein Mädchen 
im Dienste gehabt habe, das mit ähnlichem, angeblich von ih; 
rem syphilitisch gewesenen Bräutigam auf sie übergegangenem 
Gesichtsausschlage behaftet gewesen sey. Da Pat. sonst gesund 
War, auch frühere Krankheiten nicht als Ursache des Ausschlags 
betrachtet werden konnten, so vermuthete T.,: dass derselbe 
Pseudosyphilitischer , metamorphosirter oder‘ degenerirter syphili- 
tiacher Natur sey. Vielleicht hatte der Bräutigam jenes Mäd- 
Chens an Syphilis‘ gelitten und seine Braut inficirt, diese aber 
Vielleicht keine Empfänglichkeit für das ®yphilitische' Contagium in 
reiner Form und ganzer Stärke besessen, und es bildete sich da- 
her’ein Ausschlag, der nicht mehr rein syphilitisch, sondern schon 
gemildert war, doch nech ansteckend blieb. Von diesem Mädchen 
War nun der Ausschlag auf die hier besprochene Kranke, die mit 
Sachen der Erestern in genauer Berührung gekommen zu seyn nicht 
läugnete, in milderer, nicht ansteckungsfähiger Ferm, wie sich 
daraus ergab, dass die Kinder davon: verschont blieben, überge- 
Bangen: An dieser Degeneration des Ausschlags war vielleicht die 
Individualität der Kranken und eine eigene Hantorganisation Schuld, 
Vermöge der durch aufgenommenen Austeckungsstoff nur-die Form 
von Ausschlag.zu Stande kommen konnte, die man gerade wahr- 
nahm, Da alle Mittel nichts frachteten, schlug 'T. der Neischiger.
	        
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