Full text: (7. Band = 1834, No 1-No 8)

HN. Materia medica und Toxikologie: 411 
oft mit bedeutend grossen Kröpfen geboren; binnen Jahresfrist 
Verschwinden dieselben von selbst, im zweiten oder dritten Jahre 
aber kommen sie wieder. : Eine Salbe aus Kal, hydrojod.: 5} und 
[ung porc. 3 vertreibt: das Uebel in höchstens acht Tagen 
Innere Mittel: sind hier überflüssig.‘ Kommt das: Uebel wieder, 
80 muss dasselbe Verfahren eingeleitet werden. — Die Tincts 
Jodin, hat M. oft angewendet und fast nie üble Folgen danach 
beobachtet, vielleicht nur deshalb, dass er das Mittel fast ganz 
Gesunden gab. Nur einmal schwanden bei einem jungen, Mäd- 
| chen die Brüste fast ganz, .bei zurückgesetztem Mittel und häu- 
{ figem Fenchelthee kehrten sie jedoch bald zur gehörigen Grösse 
Zurück. Die Menstruation trat danach zeitiger und copiöser, als 
gewöhnlich, hervor, doch hatte dies keinen dauernden Nach- 
theil.: Stillenden und Schwangern gab der Verf. ‚nie Jodine. 
Manchmal wirkte der Kropfschwamm besser, als die Jodinetin- 
ctur, manchmal. umgekehrt. :. Gewöhnlich liess M. wechseln und 
8 Tage die Tinetur; S.Tage den’ Schwamm mit Zimmt. und Po- 
meranzen nehmen, - Constant war beinahe das Dicker - und Wei- 
cherwerden der Kröpfe in den ersten 14 Tagen. Wo .dies nicht 
geschah, ging die Heilung sehr langsam vor sich. : Am schnell- 
)sten schwand der Kropf, wenn innerlich .der Schwamm, äusser- 
lich das Ung. kal. hydrojod. zugleich: angewendet wurden. Kein 
Kropf der ‚angegebenen ‚Art widerstand dann länger,als vier: Wo- 
chen. Die Salbe: allein erforderte bei: Erwachsenen, wenn der 
Xropf schon bedeutend {var, 6 bis 7 Wochen. ‘ Gelinde Compres- 
sion‘ beförderte die Cur. :—' Die Jodinetinctur gab M. ‚in: geisti+ 
gem Zimmt- oder Pfeffermünzwasser. Bei starken Branntwein- 
trinkern, und hätten sie auch die besten Lungen, muss man. mit 
der. Tinctur sehr vorsichtig seyn. Der Verf. sah zwei Mal da- 
hach Blutspeien entstehen, was auch Andere beobachteten, Bei 
Starken Weintrinkern findet wohl dasselbe Statt. —. Was‘ die 
finnern Kröpfe anlangt, so ist. das Auftreten von Asthma durch 
’dieselben, nicht unwichtig. M. beobachtete: einen gegen 60 Jahre 
alten Mann, der stets an Asthma litt. : Den 13. Juni 1826 be- 
kam er nach Erkältung Lungenentzündung. Er: war Reconva- 
lescent, als er, im Schweisse liegend, aufstand,. sich'/erkältete 
und einige Tage darauf suffocatorisch starb. Bei der Section am 
S Juni fand sich‘ als Ursache .des. Asthmas: ‚ein auf der Tra- 
chea, liegender fremder Körper,. von Grösse: und Form eines 
| Herzens, der aus der Schilddrüse entsprang und Luft - und Spei- 
seröhre fast verdrängt hatte. Bald darauf wurde M. von einem 
20jährigen, sonst gesunden Manne wegen seines Asthmas befragt. 
Da er keine Ursache auffinden konnte, gab er Jodinetinctur zu 
10 Tropfen 3 Mal täglich. - Aus Irrthum nahm der Kranke 30 
Tropfen 3 Mal des Tags. Es.entstand starkes, doch vorüber- 
gehendes Brennen im Halse und Magen, aber: nach 14 Tagen 
war, bei regelmässigem Gebrauche der Tinctur, das Asthma ver- 
schwunden, und es ist ‚seit 4 Jahreiı noch nicht zurückgekehrt.
	        
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