Full text: (7. Band = 1834, No 1-No 8)

l. Pathotogie, Therapie Und medieinische Klinik. 393 
Dr. Haufe’ zu Besigheim. Am 8, Juli‘ v: J; wurde H. zu einem 
77jährigen, grossen, hagern, noch nie krank gewesenen, geistige 
Getränke sehr liebenden Bäcker mit etwas Kupfergesicht geru- 
fen, der schon seit 14 Tagen an ziehenden reissenden Schmer- 
zen in den untern Extremitäten mit lähmungsartiger Schwäche 
in denselben gelitten, diese aber nicht geachtet hatte. Nachher 
erhoben sich am innern Knöchel des linken Fusses einige 'was- 
Serheile, alsbald von selbst wieder verschwindende Pusteln, Steif- 
heit und Unbeweglichkeit der Füsse nahmen zu, der linke etwas 
ängeschwollene Fuss wurde blau, und der Kranke konnte nicht 
Mmehr stehen. H. fand die ganze linke untere Extremität hart 
Seschwollen , nicht ödematös, sondern mur Verhärtung des Zell- 
gewebes, besonders an der linken Seite, Die Beugemuskeln des 
Unterschenkels waren steinhart und so stark contrahirt , dass der 
Unterschenkel bald heraufgezogen würde, und eben 80 hart und 
Contrahirt waren. die Gastrocnemiäi. Das Bein konnte durchaus 
hicht gestreckt werden, Druck aber, ‘selbst verstärkter, machte 
wenig Schmerzen, An der hintern Fläche des Gliedes, von Sitz= 
beinhöcker bis an die. Ferse lief ein dunkel schwarzblauer, in 
der grössten Breite 5 und in der kleinsten 3 Querfinger betra- 
gender Streif herab. Diese Färhung der Haut war durchaus 
Eleichförmig tief blauschwarz, nicht marmorirt; nicht 
gestreift, noch irgend von Partieen gesunder Haut unterbrochen, 
hur die grössern Venen schimmerten kupferroth durch. Die Haut 
war trocken, nicht heiss, unempfindlich , gespannt und liess sich 
Vom unterliegenden Zellgewebe ‘nicht aufheben. Ueber die an- 
gegebene Gränze der Länge ‘und Breite erstreckte sich diese 
Hautfärbung nicht, und sie ging dann gleich ‚ohne alle Abstu» 
fung der Färbe in die gesunde Haut über. Von den frühern 
Pusteln waren‘ nur noch leichte ‚Spuren zugegen... Das rechte 
Bein war nur wenig angeschwollen und contrahirt, so dass es 
mit einiger Anstrengung ganz gestreckt werden konnte, auch war 
die Haut natürlich gefärbt, bis auf die vordere Fläche des Knies, 
Wo ein bläulich schwarzer, 24kreuzer grosser Fleck von unbe- 
Stimmter eckiger Form east Die Schmerzen in beiden Füssen 
waren zwar sehr lästig, doch zu ertragen, uhd Nachts et- 
was stärker, als bei Tage. Sonst befand sich Patient ganz wohl. 
Fieber war‘ nicht zugegen, der Appetit gut, die Zunge rein, 
nur an der Wurzel etwas gelblich, der Puls hart, langsam, die 
Urinsecretion ganz normal, der Stuhl träge, der Schlaf unruhig, 
Unterbrochen, Die Zähne waren fast alle ausgefallen, das Zahn- 
fleisch ganz gesund, fest, nicht ungewöhnlich geröthet, auch 
Sonst auf der Haut nirgends etwas zu sehen. Zeichen einer scor- 
butischen Diathese fanden sich durchaus nicht; H. verordnete 
Warme Fomentationen ums ganze Glied von Dec, chin, mit Camph., 
Salzsäure und Holzessig, und zum ‘innerlichen Gebrauche Inf. 
Serpent. mit Kıtr. Rhei aquos., Kxtr. alo&s aquos, und Spir. 
nitri dule- Am 10, Juli war die Hautfärbung in ihrem Umfange
	        
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