Full text: (7. Band = 1834, No 1-No 8)

VI. Gynäkologie und Pädiatrik, 30 
tragen, damit sie jede Bewegung vermeiden, ‘Diese Regel findet 
aber ihre Ausnahmen: Manche Frauen nämlich verdauen nicht in 
der Ruhe; andere bekommen Nervenzufälle; ‘bei. nicht wenigen 
endlich bleibt die Menstruation aus.‘ Hier wird Bewegung noth- 
wendig, und die zu Fusse bekommt‘ am besten; man. wählt dazu 
die Zeit der Menstruation, die bei den meisten Frauen die Schmer- 
zen mindert; ist aber dieselbe von Schmerzen begleitet, so ist 
Ruhe mehr als je nothwendig. — 3) Einspritzungen. Sie 
sind verschieden nach der Natur der Krankheit; am zuträglichsten 
von 15 bis 20° Temperatur, und werden‘ mit einer mittelgrossen 
Spritze gemacht , welche mit einer zuvor geölten, elastischen Ca- 
nüle von der Grösse des kleinen Fingers versehen ist. : Sollen die- 
selben von Nutzen seyn, so muss die Scheide vorher durch eine 
einfache, in der gewöhnlichen Lage genommene Einspritzung ge- 
reinigt werden , und die Kranke sich mit erhöhetem Becken. der- 
gestalt auf den Rücken legen, dass jenes mit dem Horizonte 
einen Winkel von 30 bis 35° bildet, wodurch der Mutterhals ‘et- 
was tief zu stehen kommt, Hierauf bringt.man die Canüle 1 Zoll 
oder 18 Linien, und bei vorhandenem Muttervorfalle ‚selbst we- 
niger tief, bloss in die Scheide ein, um den: veränderten Mutter- 
hals mit der Spitze des Instruments ‚nicht zu’ verletzen. - Die In- 
jection dringt dessen ungeachtet ein. Der Stempel der Spritze 
wird nun 80 langsam als möglich hineingestossen. . Gewöhnlich 
fasst die Scheide 5 bis 6 Esslöffel voll Flüssigkeit; diese. samı- 
melt sich um den Hals des Uterus an und bildet ein örtliches 
Bad, das man zum ersten :Male 10. Minuten und später bis zu 
einer Viertelstunde einwirken lässt, und täglich 3 Mal erneuert. 
Bisweilen zieht sich das Orific. vagin. um die Canüle zusammen, 
und verschliesst der Flüssigkeit den Ausgang; man hüte sich dann 
zu viel zu injieiren,. weil dadurch die Reaction der Scheide ge- 
steigert werden könnte. Noch vortheilhafter lassen sich die Kin- 
spritzungen im Bade anwenden; hier ist die Rückenlage nicht 
höthig, da der Druck des Wassers den Abgang: der Injection ver- 
hindert. — Sollte, wie dies bei manchen. Frauen kurz vor und 
nach der Menstruation der Fall ist, die Einführung der Canüle 
schmerzhaft seyn, und die Scheide alle eindringende Flüssigkeit 
sogleich wieder ansstossen; so stehe man nicht von den Kinspri- 
tzungen augenblicklich ab, da sich das ‚Orific. vagin.' und der 
Canal selbst endlich daran gewöhnen, : sondern mache sie nur 
seltener und kürzer; unterlasse sie aber gänzlich, sobald. die 
Schmerzen einen -zu hohen Grad erreichen. — 4) Waschun- 
gen der Scham... Sie vertreten die Stelle der KEinspritzun- 
gen, wo sich in der Scheide krankhafte . Vegetationen befinden, 
die bei der ‚geringsten Berührung gereizt werden und bluten. 
Man zieht die grossen Schamlefzen behutsam von einander und 
bringt, unter Vermeidung jedes Druckes und Reibung, einen mit 
einer arzneilichen Flüssigkeit getränkten Schwamm in die. Mün- 
dung der Scheide: — 5) Katsplasmen in die Scheide.
	        
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