Full text: (7. Band = 1834, No 1-No 8)

V. Chirurgie und Ophthalmologie. . 5% 
mit Säuren, und das kalte Wasser wurde mit Bleiwasser ver- 
tauscht, dem man später eine Mischung aus % Wein und } Was- 
Ser substituirte. Bei dieser Behandlung wurde das beträchtliche 
Hohlgeschwür binnen 8 Wochen geheilt und die Frau bekam ihre 
Kräfte wieder. 3 Wochen später zeigten sich wieder Fieber- 
hbewegungen, und es erschien höher als früher neue Irritation und 
entzündliche Auftreibung der Bedeckungen des Musc. lumb. qua- 
dratus, die es wahrscheinlich machten, dass irgendwo die Wände 
des Abscesses noch nicht völlig conglutinirt wären, wodurch sich 
für exsudirtes eiteriges Fluidum ein neuer Sammelplatz gebildet 
habe. Durch Einstich wurde eine halbe Tasse dünner, missfar- 
biger Eiter entleert und dies Mal, indem die punktirte Oeffnung 
länger offen erhalten wurde, allmählich völlige Vernarbung 'er- 
langt. Der durch langes Leiden geschwächte Körper wurde lang- 
sam wieder gestärkt, und jetzt befindet sich die Frau ganz wohl. -— 
Der mitgetheilte Fall: beweist neben der Wichtigkeit der nie zu 
vernachlässigenden örtlichen Untersuchung die Möglichkeit, ein 
so gefürchtetes Uebel, selbst bei. verspäteter Hülfe durch ein- 
Faches, örtliches Verfahren bei zweckmässiger Incitation und Un- 
terstützung der heilenden Naturbestrebungen zu besiegen.. Auch 
bestätigt er den Grundsatz: dass bei ursprünglich nur in Leiden 
der weichen Theile sitzenden Congestions- Abscessen ein kleiner 
Einstich hinreiche, den Heilprocess einzuleiten, weil es sich be- 
Bonders darum handelt, den deponirten Eiterstoff wegzuschaffen 
and dadurch die Fortschritte der Zerstörung zu hemmen, wel- 
Che durch die ausdehnende, spannende und als fremdartiger Reiz 
Wirkende Eitermenge befördert wird. . Vorzüglich möchte die 
Punction. allein da anzuwenden seyn, wo, wie hier, das Hohl- 
geschwür sich. in die Tiefe verliert und dicke fleischige Schich- 
ten gespalten werden müssten ,. um den Abscessgrund durch ei- 
hen grossen Schnitt bloss zu legen. [Casper’s Wochenschrift für 
die gesammte Heilkunde , 1833, Nr. 48.] ° (K—e.) 
‚. 244. Leberabscessmmit Hydatiden. Die 62jährige Cl. 
hatte vor 3 Wochen in der Lumbargegend einen Schmerz ge- 
fühlt, dann Fieber bekommen, und 2-—3 Nächte, beim Urini- 
Ten, eine grosse Menge, dem Blut ähnliche, Flüssigkeit abge- 
Sondert. - Bei ihrer Aufnahme: in das Hospital beklagte sie sich 
über Seitenstechen beim Einathmen. Den 31. Aug. hatte sich 
in der rechten Lumbargegend eine Geschwulst gebildet, welche 
täglich an. Umfang zunahm, weshalb den. 25. Sept. STANLEY zu 
Rathe gezogen wurde. .Die untern Extremitäten waren ödema- 
lös; das Athmen war sehr erschwert; die Schenkelvenen vari- 
kös, die Zunge trocken; beim Drucke schmerzte der ganze Un- 
terleib; der Puls war schnell, doch schwach; der Urin mit Galle 
gefärbt. Sranıey, welcher die Geschwulst sogleich für einen 
Leberabscess erkannte, war der. Meinung, unmittelbar einen Ein- 
Stich zu machen; um so mehr, als die Symptome dringend und 
die Constitution schon sehr angezriffen zu seyn schien; — LAw-
	        
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