Full text: (7. Band = 1834, No 1-No 8)

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IV. Materia medica und Toxikologie, 
IV. MATERI1A MEDICA und‘ TOXIKOLOGIE. 
233. Bestätigte Wirkung der Beifusswurzel 5° 
gen die Epilepsie; von Dr. Kanıerr in Prag. Dem Verf 
leistete die Artemis. vulg. gegen dieses Uebel mehr, als irgel 
eins der dagegen empfohlenen Mittel; nur muss dieselbe; soll sid 
sich wirksam zeigen, ‘nach den individuellen Umständen des Krsl 
ken, eine Zeit lang- regelmässig fortgebraucht, und der ‚gweck 
mässig‘ eingerichtete Gebrauch derselben nicht durch andere Mit’ 
tel unterbrochen werden; ferner muss man beim Sammeln und b® 
der Zubereitung derselben’ die gehörige Vorsicht anwenden, d. 3 
nur die feinen Wurzelfasern im Frühjahre vor dem Hervorspr9” 
sen der Stengel, nach dem Erseheinen der ersten Blätter, auf 
graben, nicht waschen (denn dadurch gehen die nur in der Rind‘ 
der Wurzel ‚enthaltenen wirksamen Bestandtheile‘ verloren), 
gelinder Wärme trocknen; nicht “dörren, und‘ von den erdig® 
Theilen: durch ein Sieb: befreien: — Mit‘ dem’ besten‘ Erfolg 
wandte K; dieses ‘Mittel gegen die Epilepsie: sich zur Pubert® 
entwickelnder Knaben und Mädchen: an. - Vor dessen Auwendulk 
aber müssen alle Nebenkrankheiten und Complicationen durch die 
geeigneten Mittel - entfernt‘ werden,” Bei Vollblätigkeit und j»' 
gen Leuten, die in ihrer Entwickelungsperiode zu sehr im Wacht 
thume begriffen sind, nützt” dasselbe nicht nur” nichte; sonder? 
schadet auch offenbar: + Ebenfalls günstige Wirkung sahe KK. 8 
von bei Knaben, die; durch Onanie:-oder nächtliche Pollntion® 
geschwächt, an Epilepsie gränzende periodische Krampfanfälle P® 
kamen, so wie bei Jünglingen;‘ die« entweder ‘ver ihrer Reife 
oder unmässig der Venns huldigten; und endlich bei an Salac® 
mus leidenden: jungen‘ Leuten‘; die dadurch ähnliche Zufälle: 81% ; 
zuzogen:- Zur Bestätigung des Gesagten ‘theilt K. -unter- viele 
andern . folgenden - Falk mit: Ein -21jähriger,- gut‘ gewachsen?” 
schlanker ‚stets: gesunder und Xräftiger Korporal ‚vor schwa? 
braunem ,: etwas gelblichem Angesicht, dunkeln Augen und: Hanr®® 
und choleriech‘- sanguinischem Temperamente, kränkte‘ sich: ü 
die ihm: wegeh eines kleinen Dienstvergehens zuerkannte‘ Str 
einer dreimonatlichen Degradirung zum | Gemeinen: dermanss®® 
dass er bald Schlaf und Appetit verler, und einen seht heftig®, 
epileptischen Anfall: bekam, der sich «später 2 bia 3: Mal. in © 
nem Tage wiederholte und oft stundenlang anhielt; -Derselbe 7 
ganır mit Kaltwerden der Füsse,‘ und dieses Kältegefühl stieg ® b 
mählich bis‘ an: den Magen; dabei war es dem Kranken, als N 
lauter Ameisen in den Beinen herumkröchen. Den Tag vor de j 
Anfalle bekam er”schon starke Kreuzschmerzenz der Kopf won 
schwindlig, ‚schwer, betäubt; Zittern‘ in Händen und Fü 
stellte sich ein und in diesem Augenblicke stürzte Pat. einnI® 
unter einem ‘heftigen Schrei zu Boden, wobei es ihm die Be, 
wie zusammenschnürte und mit dieser und mit dem Magen, Wi 
er sagte, gewaltig werfe. . Lange vorher war_ er schon trauriß
	        
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