Full text: (7. Band = 1834, No 1-No 8)

352 IM. Pathologie, Therapie und medicinische Klinik; 
ist um so häufiger und verzeihlicher, als nicht wenig dazu 8° 
hört, einen ächten Scirrhus von gewöhnlicher Drüsenverhärturß 
zu jeder Zeit richtig zu unterscheiden. Lässt man dagegen de 
wahren Seirrhus unberührt, so kann er bei zweckmässiger, M° ; 
diätetischer, als pharmaceutischer Pflege, 15 Jahre und King 
getragen werden, ohne in Krebs überzugehen,.oder das Gesamm, 
befinden sehr zu trüben. Fast gleiche Bewandtniss hat es In . 
len Beziehungen mit dem Schwammgewächse und. Osten 
sarkom. — Dass Geschwüre nur höchst selten ÖörtliC 
Krankheitsformen sind und dass ihre Behandlung hauptsächli 
auf der allgemeinen Ursache beruht, die ihnen zum Grunde lies® 
hat‘ der Verf, schon vor 23 Jahren nachgewiesen, Er erwähr 
daher hier nur vorübergehend das Fistelgeschwür, da gerade 
diese Geschwürsform so häufig als Vicairleiden, als Reflex tiefe 
innerer Leiden erscheint, die mit dem Geschwüre als solchem 
gar keine Aehnlichkeit haben. Wer kennt nicht den wunderb# 
ren Zusammeuliang- der meisten Afterfisteln ‚mit Brustleiden alleF 
Art?.. Man vergesse daher nie, dass diese Krankheitsform nuf 
selten reines Localleiden ist, sondern dass sie meist als RefleX 
eines vom After entfernten Leidens, als Absonderungs- und Ab- 
Jeitungs-Organ durch die Heilkraft der Natur auftritt, das. ohn® 
neue Störungen. im Körper, ohne tumultuarische Rückwirkung® 
auf die ursprünglich kranken Organe hervorzurufen, nicht ent 
fernt werden darf, Deshalb zeigt die Afterfistel so mannigfach® 
Gestalten und deshalb gelingt die so einfache Operation derselbe? 
so oft selbst geübten Händen nicht: die Natur ist nämlich klüger 
als der Arzt, der Alles heilen will. Eben 8o verhält es sich 
auch nicht selten mit der Thränenfistel, die häufig Produ 
eines allgemeinen Leidens ist, oder metastatisch, oder als Vi 
cairleiden entfernter, edierer Organe auftritt. Unvorsichtige Au“ 
trocknung und Heilung derselben hat nicht selten schlimmere U& 
bel, besonders Amaurosis zur Folge. — Noch seltener, als die® 
Fisteln, lässt sich die Flechte als örtliches Leiden betrachte® 
da ihr Verschwinden von der Oberfläche des Körpers, mag ® 
nun durch zweckwidrige äussere Mittel, oder durch zufällig® 
Einwirkungen geschehen, nicht ungestraft zu erfolgen pflegt. Ja 
das Verschwinden eines Flechtenübels durch die rationellete ärzt“ 
liche Behandlung,. ohne alle örtliche Mittel; hat nicht selten sehf 
übele Folgen für den Körper. Ja es’ bedarf dazu nicht gerad® 
eines ausgebildeten Flechtenübels , auch andere chronische Haut“ 
ausschläge, z. B. der. Kupferausschlag im. Gesichte, d% 
nicht durch Missbrauch geistiger Getränke entsteht, kann, u” 
vorsichtig behandelt und vertrieben, gleich übele Folgen nach 
sich ziehen. — Noch häufiger, als diese Krankheitsformen,. we!“ 
den nachstehende als örtlich betrachtet und auf rein chirurg' 
schem Wege behandelt, während sie meist Reflexe tiefer Leiden 
an der Oberfläche des Körpers sind, oder sich auf andere Wei®® 
dem Gesichts - und Tastsinue verrathen. Hierher gehören 1) d#®
	        
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.