Full text: (7. Band = 1834, No 1-No 8)

8332 11L Pathologie, Therapie und medicinische Klinik; 
den Winter: nach Italien geschickt. — Eine: andere Tabes dor“ 
sualis‘ hatte bei einem Vierziger ihren Grund grösstentheils 29 
übermässigen Anstrengungen des Geschlechtstriebes und in einer 
dadurch begründeten, überaus grossen Empfindlichkeit des Ner- 
vensystems, weiche durch ein örtliches Uebel der Harnröhre und 
eine dagegen nothwendig gewordene chirurgische Behandlung‘ noch 
gesteigert ward. Die ersten Spuren genannter Tabes zeigten sich 
vor 8 Jahren in einem Gefühle von :Mattigkeit und Taubheit 19 
den Füssen. Beides nahm so zu, dass Pat. sich nach einige® 
Jahren kaum: aufrecht halten konnte und bei vorn übergebengteW; 
unsicherem Gange ein lästiges Gefühl von Schmerz und Belät” 
bung in der Kreuzgegend empfand, welche sich bei jedem Col“ 
tus und den häufigen Pollutionen so sehr steigerte, dass der Col- 
tus ganz unterbleiben musste. Verschiedene Heilmethoden, Kli- 
mate, Brunnen:- und Badecuren hatten binnen 8 Jahren im We- 
sentlichen nichts geändert. Pat. vermag sich manchmal kaum 10 
Minuten lang aufrecht zu halten, und kann ein andermal wieder 
Stunden lang gehen. . Dazu kommen bisweilen herumziehende® 
Schmerzen im Rücken, auch in den Gelenken. Während er vor 
Jahren gebückt gehen musste, geht er jetzt aufrecht. Er lel‘ 
det stets an Trägheit des Darmcanals; ‚die Excremente seheß 
hell; die Haut hat stellenweise Leberflecke und Pat. ist häufig 
verstimmt. Die Sphineteren der Blase und des Masdarmes sind 
nicht krank; die zuweilen eintretende Dyaurie hängt lediglich vor 
der noch’ übrigen Strictur ab, (Der Fortgang dieser Krankheit 
wird versprochen.) — Kin seit 41 Jahren thätiger Beamter hatte 
in seiner Jugend öfter wiederkehrende Anfälle von Gesichtsros®& 
und 1807 einen schweren Typhus überstanden. .. In spätern Jah- 
ren zog er sich durch vieles Sitzen Unterleibsbeschwerden zU 
aus welchen sich fliessende Hämorrhoiden entwickelten. Nach“ 
dem diese zu fliessen aufgehört , kehrten die frühern Verdauung®” 
beschwerden' zurück, und es. stellten ‘sich hypochondrische Ge: 
müthsstimmung und arthritische Beschwerden ein. Im Mai 1832 
spürte Pat., indem er nach Tische spatzieren ging, wiederholtes 
Drängen zur Leibesöffnung, welches jedoch. wenig Erfolg hatte 
Zu Hause angekommen, konnte er sich nicht besinnen, wo €! 
gewesen war, fühlte den. Kopf eingenommen, konnte nicht gut 
reden, ward schwindlig und konnte sich nicht aufrecht erhalteP- 
Dieser: Vorläufer der Apoplexie wegen wurde zur Ader gelasseh, 
Ruhe empfohlen und abführend verfahren.: Im Juli und August 
gebrauchte Pat. 5 Wochen die künstlichen Wässer Carlsbads, und 
machte noch eine Erholungsreise, ‚von der er gesund zurück“ 
kehrte. . Im -Herbste wurden die Hämorrhoiden wieder. fluid und 
blieben es ziemlich regelmässig. Die Anlage zum Schlagfluss® 
die durch Anstrengung und vieles Sitzen erneuerten Verdauung®“ 
und Unterleibsbeschwerden, wie auch die rheumatisch - gichtische? 
Affectionen führten. .den Patienten nach Marienbad. .-— Seit einer 
Reihe von Jahren hatte ein 44jähriger, zu Verstopfung geneiß”
	        
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